Archiv der Kategorie: 2ADU_REISETAGEBUCH

Über die Welle zu unser aller Anfang

Australisches Frühstück

160311-2ADU-127Mit leichter Hautrötung fahren wir weiter. An gemähten Weizenfeldern und Salzseen vorbei, durch exotische Wälder mit Grasbäumen. Mehr als eine halbe Million Pflanzen- und Tierarten sind endemisch.

160308-2ADU-162Bis zur Wave Rock. Bereits seit 60 Mio. Jahren steht diese mächtige Welle (15 Meter hoch und 110 Meter lang). Sie wurde durch Wind und Wassererosion aus einer 2,7 Milliarden Jahre alten Granit-Gesteinsformation geformt.

160307-2ADU-018 160307-2ADU-035 160307-2ADU-046 160307-2ADU-057Wir fahren weiter zur weltweit bekannteste Kolonie der Stromatolithen. Die niedrigen, korallenähnlichen Strukturen bestehen aus Cyanobakterien, die fast identisch sind mit jenen Mikroorganismen, die vor 3,5 Milliarden Jahren lebten und als Hauptgrund für die Schaffung der Erdatmosphäre durch Photosynthese angesehen werden und die damit die Grundlagen für komplexere Lebensformen bildeten.

160308-2ADU-234Wir campen auf einem gut bewerteten Platz. Hier wohnen Familien im Wohnwagen. Überall liegt Müll und es ist sehr chaotisch. Die Kinder sind neugierig und leisten uns Gesellschaft. Alle plappern auf einmal. Ein Mädchen will nicht glauben, dass ich ein Girl bin, hmm.

160308-2ADU-495-1 160309-2ADU-501Clemens, wir haben versucht, den Sternenhimmel einzufangen.

160313-2ADU-007Auch die grünen Papageie bekommen wir abgelichtet. Simone, was haben wir denn hier?

160308-2ADU-245Die Firma a.Hartrodt hat uns die Reifen nach Perth geschickt. Wir lassen sie gleich montieren.

160309-2ADU-515Da Volker nie wieder durch die Nullarbor fahren möchte, sind wir jetzt für den Norden gerüstet. Das wird hart und heiß, aber wir kühlen uns immer wieder ab.

160309-2ADU-572-1 160309-2ADU-575-1Es ist sehr windig. Wir fahren zum spektakulären Pinnacles Desert, wo tausende von Kalksteinsäulen scheinbar unwirklich aus dem Wüstenboden aufragen und der kalkreiche Sand den Überrest zusammengedrückter und im Laufe von Jahrtausenden erodierter Muschelschalen darstellt. Die bis zu vier Meter hohen Gebilde sind auf 4 Quadratkilometer verteilt. Das Berühren und Besteigen der Pinnacles ist verboten. Da sitzen wir nun und lassen die Sonne im Meer versinken.

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>>> gefahrene Route (Stand 13.03.2016)

 
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Baumlos irgendwo im Nirgendwo

Wir übernachten an einem einsamen Platz. Endlich Gelegenheit den Sternenhimmel einzufangen. Die Pferdebremsen schlafen endlich und wir überwinden die Müdigkeit. Die Kameras laufen, alles ist perfekt. Bis ein paar deutsche Jungs gefahren kommen und in unsere Linsen leuchten. Die drei sind nett und  schlafen zusammen in einem Kastenwagen.

160303-2ADU-267Immer wieder hören wir, wie extrem langweilig die Fahrt durch die Nullarbor Plain (bedeutet kein Baum) ist. Uns gefällt es. Tolle Roudhouses und traumhafte Lookouts wechseln sich ab. Wer Lust hat, kann  sich sogar auf dem Längsten Golfplatz der Welt verweilen. Die 18 Löcher verteilen sich auf 1362 km.

160304-2ADU-299 160304-2ADU-301 160304-2ADU-305160305-2ADU-048 160304-2ADU-358Wir passieren die Grenze zu Westaustralien und drehen die Uhr 2 ½ Stunden zurück.

Wieder kommt ein Fotostopzeichen. Natürlich wollen wir zur alten Telegrafenstation. Hoppla, von Schotter war keine Rede. Dann auch noch 4 Kilometer. In voller Montur wandere ich über zwei weiße Sanddünen und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow, da hätten wir was verpasst.

160304-2ADU-404Ab jetzt zieht sich der Weg wie Kaugummi. Immer Geradeaus. Keine Kurven, keine Erhebungen. Ein hartes Stück Arbeit bis zur nächsten Übernachtung. Um nicht einzurosten, winkt man sich hier. Die faulen Autofahrer heben nur den Zeigefinger! Der Himmel wird immer grauer. Total k.o. gönnen wir uns ein Motel-Zimmer. Frisch geduscht und mit gewechselter Unterwäsche lauschen wir dem prasselnden Regen.
Und es wird noch monotoner. Das Winken hat inzwischen das Kleinhirn übernommen. Schön, wenn man bis zum Horizont blicken kann, aber irgendwann darf gerne eine Abwechslung kommen. Den Gedanken, dass wir hier wieder zurück müssen verdrängen wir ganz schnell.

160305-2ADU-030-1 160304-2ADU-413-1 160304-2ADU-371-1 160305-2ADU-058-2Endlich haben wir es nach drei Tagen geschafft und jetzt sieht es so aus:

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160306-2ADU-212 160306-2ADU-213Durch das verlängerte Wochenende (Montag ist Labour Day) bekommen wir gerade noch einen Platz zwischendrin.

160306-2ADU-109Fahrer und Maschine haben endlich einen Pausentag (mein Hintern auch). Wir laufen in das Zentrum von Esperance. Eine ungewohnte Bewegung. Der 300-Meter Toilettenwalk (Tasmanien) ist schon eine Weile her. Der Markt ist nett aber die Auto- und Motorradausstellung interessanter.

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Vielen Dank für Euere Kommentare und
Bewertungen.

Das motiviert uns immer 🙂 🙂

 
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Long Way across, don’t drive from dusk till dawn

Zu Hause wurden wir immer vor Schlangen gewarnt. Es gibt aber noch viel mehr Gefährliches. Hier eine kurze Beschreibung von Bill Brysons wundervollem, Lachkrämpfe verursachenden (bei mir jedenfalls) Buch “Frühstück mit Kängurus”:
„…Es gibt dort mehr Lebewesen, die einen umbringen können, als irgendwo sonst. Die zehn giftigsten Schlangen leben alle in Australien. Fünf seiner tierischen Bewohner – die Trichterspinne, die Würfelqualle, die Blauringkrake, der Steinfisch und eine bestimmte Zeckenart – sind tödlich für den Menschen. In diesem Land können selbst die flauschigsten Raupen Sie mit einem giftigen Kniepen außer Gefecht setzen, und Muscheln pieksen hier nicht nur, sondern attackieren Sie manchmal sogar. Heben Sie an einem Strand in Queensland zufällig eine harmlose Kegelschnecke auf, wie das unschuldige Touristen ja gerne tun, dann werden Sie erleben, dass der kleine Racker darin nicht nur erstaunlich fix und unwirsch reagiert, sondern auch überaus giftig ist. Wenn Sie aber nicht plötzlich und unerwartet zu Tode gestochen oder gespießt werden, werden Sie vielleicht von Haien oder Krokodilen gefressen, von tückischen Meeresströmungen hilflos zappelnd in den Ozean hinausgetragen, oder Sie taumeln mutterseelenallein im brütend heißen Outback in einen kläglichen Tod…“

Oft werden wir gefragt, wie unsere Route aussieht. Immer, wenn wir die Outbacktour beschreiben, bekommen die Leute einen eigenartigen Gesichtsausdruck. Die Augen quellen hervor, das Kinn fängt an zu jucken und das Sprachzentrum ist kurz blockiert. Oh, hot! Den Tanami Track müssen wir canceln. Zu sandig, zu viel Schotter und heftig heiß. Da die Tankstellen weit auseinander liegen, müssten wir mindestens 30 Liter Wasser aufladen, dazu einiges an Zusatzsprit. Eine asphaltierte Straße führt nur über den Norden. Da wollen wir nicht hin (Regenzeit). Außerdem wären dies ca. 2.000 km (3-4 Fahrtage) Umweg. Wir wollen in den für uns noch unbekannten Westen. Es gibt nur eine Möglichkeit: direkt nach Perth. Dreitausendneunhundertachtunddreißig Kilometer von Ost nach West. Wir greifen an.
Schon verrückt, was wir hier treiben. Aber die Skandinavier setzten noch einen drauf. Zwei schwedische Jungs machen die selbe Tour auf Rollski. Das Thermometer steigt auf 40°C. Manchmal steigt uns Aasgeruch der überfahrenen Kängurus in die Nase. Wir können aber erst bei Tageslicht losfahren. Von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen rennen die Viecher vor die Scheinwerfer.

Schwede RollskiDa ist eine Abkühlung genau richtig. Der Geräuschpegel steigt mit unserem Wohlfühlgestöhne steil nach Oben.

160301-2ADU-052160229-2ADU-502160301-2ADU-060160301-2ADU-097Wir nähern uns South Australia und somit einer Quarantänestation. Der Kontrolleur schmunzelt bei unserem Anblick. Frisches Obst haben wir bestimmt nicht gebunkert. Die Fruchtfliegen hängen alle am Visier. Hier stellen wir die Uhr um ½ Stunde zurück. Volker fährt ohne Ende. Die Landschaft ist schön, die Straßen leer. Ab und an bremsen uns ein paar rosa Papageie aus

160302-2ADU-111-1 160302-2ADU-125Der zweite Teil führt uns von Adelaide nach Perth, so weit wie von London nach Moskau. Der 2.700 km lange Eyre Highway führt durch den südlichsten Zipfel der Nullarbor Plain und verläuft parallel zur Trans-Australia Railway im Norden.

John Eyre war der erste Europäer, der die knüppelharte Strecke bewältigte (1841). Nachdem 1877 eine Telegrafenleitung gelegt worden war, zogen Goldsucher auf dem Weg zu den Goldfeldern sowohl bei glühender Hitze als auch im bitterkalten Winter durch die Ebene. 1912 folgte ihnen das erste Auto. Bis 1941 befuhr täglich eine Handvoll Fahrzeuge die provisorische Straße, 1962 bewältigte der erste Radfahrer die Strecke. 1969 asphaltierte die Regierung von Western Australia die Straße bis zur Grenze South Australia, 1976 wurde das letzte Stück fertiggestellt.

160304-2ADU-303 160301-2ADU-036-1In Ceduna, einer kleinen Stadt am Meer essen wir frischen Fisch. Einkaufen wollen wir ein Dorf weiter. Die nächste Abbiegung ist in 1.150 Kilometern

160303-2ADU-001In Penong öffnet der Supermarkt erst wieder in zwei Tagen. An der Tankstelle frage ich nach Brot. Dies bekomme ich in der Bäckerei. Super, wo ist die? Elfhundert Kilometer weiter. Ach so, wahrscheinlich an der Abbiegung.

Das ist Australien. Faszinierend.

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Sydney, wie geil ist das denn?

An Canberra, der Hauptstadt Australiens, fahren wir vorbei. Im Parlament waren wir bereits 1997.

K1600_australien_21_12Wir streifen die Blue Mountains mit einem tollen Lookout. Meine einzige Erinnerung an hier ist ein Blutegel, der sich an meinem Zeh festgebissen hat.

Der schieferblaue Dunst, dem die Berge ihren Namen verdanken, stammt von dem feinen Ölnebel, den die riesigen Eukalyptusbäume ausscheiden. Diese bilden ein dichtes Blätterdach über einer Landschaft aus tiefen, oft unzugänglichen Tälern.

Das Gebiet war lange eine natürliche Barriere. Den Sträflingen erzählte man, dass dahinter China liegt. Viele flohen auf eine Reise ohne Wiederkehr.

160228-2ADU-108      An einem Campingplatz am Meer schlagen wir unser Zelt auf. Wochenendausflügler ohne Ende und ein Augenschmauß: waschbrettbäuchige Surfer, tolle Bucht…

160227-2ADU-029160227-2ADU-048Durch wunderschöne Vororte, in denen wir gerne leben würden, erreichen wir Sydney. Es ist Sonntag und der Rasen wird gemäht. Beim Anblick der Harbourbridge bekommen wir Gänsehaut. In Portsmouth/England lief am 13. Mai 1787 die erste Flotte aus. Am 26. Januar 1788 wurde die erste britische Siedlung Australiens gegründet. Eine Sträflingskolonie (736 Sträflinge mit 11 Schiffen), da die Gefängnisse in England aus allen Nähten platzten. Jedes kleinste Verbrechen (z. B. Raub eines Päckchens Schnupftabak) wurde hart bestraft. Diese Deportationen sollten 80 Jahre dauern.

160228-2ADU-392Wir erreichen die Oper und Fragen einen der vielen Polizisten, ob wir ein Bild mit Motorrad machen dürfen. Er schaut uns an, als wollten wir an Ort und Stelle ein Geschäft machen. Ist ja gut, sind schon weg.

160228-2ADU-158Hier beginnt die Geschichte der europäischen Siedler. Im Stadtviertel „The Rocks“  wurde die erste Siedlung gegründet. Die Bewohner lebten hier dicht gedrängt in dreckigen Gassen mit offener Kanalisation. Matrosen, Walfänger und Rowdys zogen besoffen und krakeelend durch die Straßen und trieben in den unzähligen Hafenkneipen, Bordellen und Opiumhöhlen ihr Unwesen.

In den 1970er-Jahren wurde man sich des kulturellen und architektonischen Erbes von The Rocks bewusst und eine Sanierung rettete viele alte Gebäude.

160228-2ADU-190160228-2ADU-228Einmal über die Harbour Bridge und endlich finden wir eine passende Stelle für unser Fotoalbum. Hier stehen wir mit unserer BMW, als wäre es das Normalste auf der Welt und bekommen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

160228-2ADU-268Glücklich und zufrieden sitzen wir auf dem inzwischen leeren Campingplatz und lauschen den Grillen, Fröschen und dem Kookaburra. The laughing Jack, auf deutsch lachender Hans. Der Vogel klingt tatsächlich wie ein menschliches Lachen. Genug gepiekst von den Stechmücken wollen wir ins Bett. Doch der Eingang zum Schlafzimmer ist blockiert. Und jetzt?

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Festland, Kurven bis der Hintern schmerzt

Wir betreten wieder den fünften und kleinsten Kontinent, trockensten, heißesten und flachsten der Erde. Wir haben ein El Niño-Jahr und es wird noch mehr Trockenheit erwartet.

Mit 7.682.300 Quadratkilometern ist Australien das sechstgrößte Land der Welt (etwa so groß wie Europa). Es hat ca. 23 Millionen Einwohner (3 pro km²) und ist fast 22 Mal so groß wie Deutschland. Abgesehen von Tasmanien erreicht man ohne Hindernisse die Antarktis. Die Beiden Kontinente passen immer noch wie zwei Puzzleteile zusammen. Vor über 50 Millionen Jahren trennte sich Australien vom Urkontinent Gondwana. Die Antarktis und Australien brachen etwas später auseinander. Inzwischen wandert Down Under wieder Richtung Asien und wird dort in ca. 45 Millionen Jahren “andocken”.

Melbourne empfängt uns mit 40° C. Da sich Volker während der Fahrt die Seele aus dem Leib schreit und ich taube Nuss trotzdem nichts verstehe, kaufen wir uns hier nach einem tollen Frühstück neue Headsets.

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20160223_112717Zum Wilson Promontory, dem schönsten Nationalpark von Victoria, fahren wir nicht, da es dort morgen den ganzen Tag regnen soll. Das schöne Wetter zieht uns über den Strzelecki Highway und die Grate Alpine Road nach Norden zu den Snowy Mountains. Wir prallen auf eine heiße Wand. Plötzlich steigt das Thermometer von 27°C auf 37°C. Unglaublich!

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160224-2ADU-022Die Landschaft ist der Hammer. 130 km nur Kurven. Bunte Papageien und Kakadus begleiten uns. Es duftet wunderbar nach Eukalyptus. Endlich kommt eine Ortschaft. Da hier Bäckerei, Café, Supermarkt, Takeaway und Tankstelle in einem sind, treffen wir viele Motorradfahrer. Sie sind alle auf dem Weg zum Superbike Rennen auf Phillip Island.

160225-2ADU-058 160225-2ADU-089 160225-2ADU-087Für die nächsten zwei Nächte wählen wir einen großen schattigen Campingplatz. Der Chef setzt sich in sein Elektrowägelchen und wir sollen ihm folgen. Moment, erst anziehen. Wir satteln auf, um 10 Meter weiter wieder abzusteigen. Also ehrlich, das hätten wir auch alleine gefunden.

160226-2ADU-001Ich schreibe Tagebuch. Immer wenn ich aufblicke, finde ich Volker in einer anderen Ecke die Papageien jagen.

160225-2ADU-140160225-2ADU-189 160225-2ADU-154Mit dem aufgehenden Mond klappt das besser.

160225-2ADU-225Der Mond strahlt

Wir machen einen Ausflug in den Kosciuszko Nationalpark. Durch eine unwirtliche Landschaft in die höchste Stadt Australiens. Sie besteht aus einem Bistro und einigen Einheitshäusern.

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Jetzt wird es langsam Zeit für eine Veränderung.

 
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Wir sind gerührt

Den angekündigten kalten Regen in den Bergen ignorieren wir und nehmen in Queenstown ein nettes Zimmer für 3 Nächte. Das Dorf ist eine ehemalige Bergbausiedlung. Die größte Sehenswürdigkeit ist die West Coast Wilderness Railway.

160221-2ADU-023 160221-2ADU-024Im Frühstücksraum fühlen wir uns 100 Jahre zurückversetzt. Volker bekommt sein Rührei mit Kerze serviert und die ersten Gratulanten bimmeln an. Joker, Bärbel, Werner und Martina, Ihr seid der Anfang vom Wasserfall aus meinen Augen. Obwohl ich nicht betroffen bin, ist die Überraschung gelungen. Die vielen Gedichte und Sprüche rühren auch Volker. Ist das so ab 50?

160220-2ADU-018 160220-2ADU-019 160220-2ADU-020Wir laufen ins Zentrum und essen im 1901 gebauten Empire Hotel zu Mittag. Hier gibt es eine unter Denkmalschutz stehende Treppe aus dunklem Rosenholz.

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160220-2ADU-008Da es immer wieder regnet, hat das Moped Ruhetag.160220-2ADU-002Auf Tasmanien kann man an einem Tag alle Jahreszeiten erwischen. Die Straßen sind voller Kadaver (roadkill). Jährlich werden eine Million Tiere überfahren. Wir haben heute Glück und den ganzen Tag Sommer. Es geht durch das 168.000 ha große Weltnaturerbe Cradle Mountain. Unzählige Kurven rauf und runter durch eine wunderschöne Landschaft.

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160221-2ADU-025 160221-2ADU-016An einem Kaffee am See machen wir Pause. Wir interviewen spinnende Frauen, die fröhlich am Rad drehen. Hinter mir fühlt sich jemand vernachlässigt. Der Mann möchte auch etwas sagen und seine wichtige Arbeit preisgeben: er kämmt die Schafwolle, damit sie weiter bearbeitet werden kann.

160221-2ADU-034Am Straßenrand sehen wir einen Kurzschnabeligel. Vor Schreck, über meine Anwesenheit, steckt er seinen Kopf in ein Loch und traut sich nicht mehr raus.

160219-2ADU-029Harald, wir sind natürlich zu der Lark-Destilerie in Hobart gefahren um nachzuschauen ob sie noch steht. Extra für ein Foto. Die Whiskyprobe hätte ich alleine machen müssen aber mein Geschaukel hinten drauf wäre unverantwortlich 🙂

160218-2ADU-197Eigentlich wollten wir sonntags zurück. Ein Tag später ist Fähre 80 Dollar billiger. Montag Abend stehen wir mit vielen Bikern am Hafen. Man bestaunt und betoucht unsere Lady. Die netten Gespräche verkürzen die ewige Wartezeit. Der Harley-Club packt seinen irischen Whisky aus und schmeißt eine Runde. Schmeckt wie Benzin (Tullamore Dew) aber die Stimmung ist gut.

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160222-2ADU-025Ein 71jähriger Motorradfreak erzählt lustige Geschichten.160222-2ADU-031

160216-2ADU-042Weitere Bilder sind inzwischen auch in unserer Galerie
[BILDER&VIDEOS]

 
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Under the ground, over the top

Bei unserer Tagestour besuchen wir eine faszinierende Tropfsteinhöhle. Wir steigen hinunter und bestaunen die verschiedenen Formationen. Hier unten kann man heiraten. Extrem romantisch. Zum ersten Mal seit sechs Monaten hört man unter uns das Wasser plätschern. Wir dürfen einen uralten wunderschönen abgebrochenen Tropfstein anfassen. Trauen uns aber erst, als er uns zum zweiten Mal auffordert.

160217-2ADU-082160217-2ADU-002Die Insel erinnert wirklich an Neuseeland. Durch schöne Dörfer mit hübschen Holzhäusern, am Fluss entlang, fahren wir zum Airwalk. Es duftet gut nach Saunaaufguss. Wir deponieren unsere Helme, Jacken, Tankrucksack etc. müssen uns aber beeilen, da sie bald schließen. Jetzt haben wir ausgerechnet eine asiatische Gruppe vor uns. Bis hier jeder jeden abgelichtet hat und jeder mit jedem fotografiert ist, das dauert. Wir spazieren in 20 Metern Höhe auf einem 600 Meter langem Stahlsteg. Das letzte Stück ist freihängend und sehr schaukelig.

160217-2ADU-090 160217-2ADU-114 160218-2ADU-129Die 1395 Metern lange und 60,5 Meter hohe Tasmanbridge verbindet das Zentrum mit den östlichen Vororten von Hobart.

Am  5. Januar 1975 rammte ein mit 10.000 Tonnen Eisenerz beladener Frachter die Brücke. Dabei stürzten zwei Stützpfeiler und drei Brückenelemente mit einer Gesamtlänge von 127 Metern ein. Teile der Brückenelemente stürzten auf das Schiff, welches sank. Sieben Besatzungmitglieder des Schiffes sowie fünf Personen, deren Fahrzeuge von der Brücke stürzten, kamen bei diesem Unglück ums Leben. Das Wrack liegt heute noch dort.

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In der Hauptstadt trinken wir am Salamanca Place einen Kaffee. Die imposanten georgianischen Lagerhäuser aus Sandstein waren einst wichtigster Umschlagplatz für Handel und Gewerbe. Als wir nach ca. 45 Minuten ans Motorrad zurückkommen, stößt Volker einen Schrei aus. Ich habe die Helmkamera auf dem Koffer liegen lassen.

Da wir nur als Packesel unterwegs sind, ist es für einen Stadtbummel zu warm. Wir fahren zu den Wasserfällen am Mount Field. An der Info krabbelt ein Skorpion aus dem Tankrucksack und verschwindet. Oops. Heute früh ist mir erst eine Spinne aus der Jacke gefallen.

160218-2ADU-203Wir fahren 20 km hinauf auf den Berg. Die Strecke ist wunderschön.

160218-2ADU-181 160218-2ADU-180Geburtstagslagerfeuerromatik gibt es bei 10° C Tageshöchst- und
3° C Nachttemperatur in den Bergen leider nicht.

Kleine Planänderung.

 
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Großmutters Apfel, ein Tag im Gefängnis

Heute haben wir etwas länger geschlafen, da Volker wieder nachtaktiv war und irgendetwas gejagt ist.

Während wir unser Zelt abbauen, krabbelt ein Skorpion unten raus.

160214-2ADU-012Ein Hauch von patagonischem Seitenwind begleitet uns durch die hügelige Landschaft. Geschorene Schafe grasen auf ihren Weiden, Eukalyptusbäume ragen mit ihren knochigen Ästen in den Himmel. Die Briefkästen sind hier auch einen Fotostopp wert. Heute ist Sonntag und alle Biker scheinen unterwegs zu sein.

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Wir essen frischen Fisch und lassen unser Motorrad fotografieren.

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Unser nächster Campingplatz hat definitiv Duschen. Er liegt im Tasman Nationalpark. Wir haben es doppelt gecheckt und freuen uns. Vorsichtshalber tragen wir uns nur für eine Nacht ein und werfen das Geld in den Kasten. Ein kleines Felsenkänguru begrüßt uns.

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Ein kurzer Weg durch das Gebüsch führt zu einem weißen Sandstrand.

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Die Duschen und Plumpsklos haben wir in der Nähe. Sie funktionieren nur mit Marke. Die Marke gibt es nur im Office. Office ist heute geschlossen.

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1868 entdeckte Maria Ann Smith, damals schon Großmutter, auf Tasmanien eine Apfelsorte. Der grüne Leckerbissen Granny Smith dürfte auch heute noch jedem ein Begriff sein 🙂

Wir besuchen die historische Stätte Port Arthur. Das Strafgefangenenlager wurde 1833 für Wiederholungstäter angelegt.

In den folgenden Jahrzehnten erlangte Vandiemensland (damaliger Name von Tasmanien) traurige Berühmtheit für die scheußlichen Bestrafungen und die unmenschlichste Behandlung von Strafgefangenen in britischen Kolonien. Die Insel galt als meistgefürchtetes, schrecklichstes Deportationsziel. In den 1850er Jahren war jeder zweite Bewohner ein Sträfling.

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Am Sonntag den 28. April 1996 wurde der Geschichte von Port Arthur ein schlimmes Kapitel hinzugefügt. Ein Amokläufer nahm 35 Menschen das Leben und verwundete 19 weitere.

Jetzt müssen wir uns beeilen, bevor der gemeldete Regen einsetzt. Wir schaffen es gerade noch, das Zelt neben dem Pavillon aufzustellen und fliehen unter das Dach. Dies entpuppt sich allderdings als sehr löchrig, was einen ständigen Stellungswechsel verursacht.

Ich genieße die Dusche, während Volker Gesellschaft bekommt. Ein Norweger mit seiner Ténéré. Er hat etwas länger bis hierher gebraucht. Seit Juni 2014 ist er unterwegs und hat viel zu erzählen. Im Facebook ist er registriert unter ¨An Idiot and his motorbike going abroad¨.

Die Nacht wird mit 5°C saukalt. Zum Frühstück bekommen wir Besuch von einem älteren Herrn. Der Engländer ist 79 Jahre alt, irgendwann nach Kanada ausgewandert und lebt seit 20 Jahren in Australien. 56 Jahre hat er als Maler gearbeitet und ist alleine mit einem gemieteten Camper unterwegs. Schick sieht er aus mit seinem gelben Strickpullover, kariertem Jackett, grauen Jogginghose und braunen Halbschuhen. Auf dem iPad zeigt er uns Bilder von seiner letzten Wanderung.

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Bekanntschaft mit dem Teufel

Die Räder rollen auf tasmanischem Boden. Der Horizont färbt sich orange, das Thermometer sinkt auf 8°C. Wir setzen uns in ein Kaffee und warten bis die wärmende Sonne aufgeht.
In engen Kurven schaukeln wir durch den Regenwald.

160211-2ADU-004-1Unser erstes Ziel führt uns an der Ostküste entlang zum Freycinet-Nationalpark. Mit der Info, dass wir Tisch, Wasser, Toilette usw. haben, buchen wir 3 Nächte. Wir steuern Platz Nr. 51 in der Honeymoonbay an. Ein winziger Fleck mit Blick auf eine kleine Bucht. Nur steht hier schon ein Zelt!

160211-2ADU-022-1Das junge Paar klärt dies am Visitor-Center. In der Zwischenzeit suchen wir Frischwasser und Toiletten ohne Erfolg. Da wir die Beiden nicht mehr abbauen lassen möchten, tauschen wir die Plätze. Mit Wasserhahn und Toiletten in 300 Meter Entfernung gefällt es uns hier besser. Duschen gibt es gar keine.

160213-2ADU-425 160213-2ADU-411Es nieselt und ist stockfinster. Ich mache mich auf den Weg zum WC und verliere die Orientierung. Meine Funsel leuchtet nur einen Meter weit. Ich schaffe es gerade noch zurück, bevor sie ganz ausfällt. Mit Guide geht es besser. Ein Possum schleckt den Grill ab. Ach, deshalb sind die so sauber!
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir zur East Coast Natureworld in Bicheno. Ein schöner kleiner Park am See. Wir streicheln Kängurus, lassen uns von schwarzen Schwänen jagen und beobachten tasmanische Teufel beim Kämpfen.

160212-2ADU-041-4160212-2ADU-065 160212-2ADU-058-1Auf dem Rückweg noch einen Abstecher zu den Blowholes und zum Leuchtturm. Während Volker Bilder macht, bewache ich das Motorrad. Freundliche Asiaten kommen vorbei und sind begeistert von unserer Maschine. Daumen hoch: beautyful Car (!!??!!). Der nächste kommt um die Ecke: oh Harley (!!??!!). Er wird sofort berichtigt.

160212-2ADU-389Das Meer ist außergewöhnlich warm. Statt 18°C baden wir im 21°C warmen Wasser. Aber vorher kühlen wir uns erstmal von innen.

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160213-2ADU-429Wir genießen den milden Abend. Um uns herum schleichen die nachtaktiven Viecher. Nachts muss Volker unseren noch leeren Salzstreuer von einem Possum zurückerkämpfen, der aus dem Vorzelt geklaut wurde.

 
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