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Des weißen Mannes Loch

Heute weht ein kräftiger Wind und es hat deutlich abgekühlt. Zum ersten Mal seit Wochen ist der Himmel bewölkt. Mit den letzten Offroadkilometern landen wir in der Opalstadt. Weltweit die größte Quelle dieser Edelsteine. In Coober Pedy (in der Aborigne-Sprache “des weißen Mannes Loch”) suchen wir Inges Castle. In ihrem Dugout (Wohnhöle) haben wir vor fast zwei Jahrzehnten einen schönen Tag verbracht. Während unserer Reise haben wir schon mit Rotel Kontakt aufgenommen. Das mail wurde an die Tochter von Inge weitergeleitet. Sie ist inzwischen 85 Jahre alt und wohnt seit 2 Jahren bei Tochter Traudel in Adelaide. Immer noch besucht sie, wenn möglich, ihre alte Heimat. Wir verpassen sie leider um zwei Wochen. Damals fanden wir heraus, dass Volkers Onkel und Inge als Nachbarn in Karlsruhe-Knielingen aufgewachsen sind. Sie kann sich noch an uns erinnern. Das Haus finden wir nur mit Hilfe und treffen den österreichischen Lebensgefährten  von Inge an. Er hat sich kaum verändert.

2ADU-0718 2ADU-0727 2ADU-0735 2ADU-0739 2ADU-0740 2ADU-0744 2ADU-0750Wir besichtigen den Friedhof und ich bekomme einen verdammt leckeren Lemington. Mal sehen, ob ich den zu Hause gebacken bekommen.

2ADU-0713 2ADU-0716 2ADU-0730Lamingtons… ein Genuss

Außer  Mad Max III wurden hier zahlreiche Filme  gedreht. Wir stehen vor einer Requisite aus “Pitch Black” mit Vin Diesel.

2ADU-0732Australien war ein großer weißer Fleck auf der Landkarte und es sollte lange dauern, bis sich daran etwas änderte. Ludwig Leichhardt, Deutscher, hat als erster den tropischen Norden durchquert und ist 3 Jahre später spurlos verschwunden.

Die erste Durchquerung des Kontinents, geführt von Robert O’Hara Burke und William John Wills von Süden nach Norden (3250 km) wurde eine Tragödie. Nachdem die Regierung eine Belohnung von 2.000 Pfund für diese 2jährige Expedition anbot, machte sich am 20.08.1860 eine Truppe von Melbourne aus auf den Weg. Bestehend aus 19 Teilnehmern, 27 Kamelen und 23 Pferden und mit 20 Tonnen Ausrüstung völlig überladen. Schwere Regenfälle und schlechte Straßen erschwerten die Reise und sie verringerten ihr Gewicht. Nach Streitigkeiten verließen einige Teilnehmer die Truppe und sie erreichten erst nach 2 Monaten und 750 Kilometern Menindee, einen Ort im Westen von New South Wales. Mitglieder wurden entlassen und neue angeheuert. Am 11. November erreichten sie Cooper Creek und errichteten ein Depot. Um den heißen australischen Sommer zu umgehen, sollte es im März weitergehen. Aus Angst, die Konkurrenz könnte schneller sein, harrte Burke nur bis 16. Dezember aus. Er machte sich mit Wills, John King, Charles Gray, sechs Kamelen, einem Pferd und Proviant für gerade mal drei Monate auf den Weg. Burke wies die Zurückgebliebenen an, drei Monate zu warten, Wills bat sie jedoch heimlich, die Wartezeit auf vier Monate zu verlängern. Außer den Tageshöchsttemperaturen von 50°C im Schatten war die Reise unbeschwerlich. Am 9. Februar 1861 erreichten sie den Little Bynoe River, einen Seitenarm im Delta des Flinders Rivers, wo sie feststellen mussten, dass sie das Meer nicht erreichen konnten. Die Mangrovensümpfe waren unpassierbar. Sie mussten umkehren, hatten aber nur noch für 27 Tage Vorräte, da sie bereits 57 Tage bis hierher gebraucht hatten. Die Kamele wurden unterwegs erschossen und verzehrt. Eine 5 Kilogramm schwere Python wurde gefangen und gegessen, worauf Gray und Burke die Ruhr bekamen. Am 17. April 1861 stirbt Gray.

Burke, Wills und King kehrten am Abend des 21. April 1861 in das Depot zurück, fanden es aber verlassen vor. Am Morgen dieses Tages waren Brahe und die Männer vom Cooper Creek nach Menindee aufgebrochen, weil sich einer seiner Männer ein Bein gebrochen hatte.  Zudem wurden die Vorräte knapp und es erschien der Depot-Besatzung unwahrscheinlich, dass Burke noch zurückkehrte, sie vergruben aber zur Sicherheit einige Vorräte und einen erklärenden Brief unter einem Baum und markierten die Stelle.

Die drei Männer gruben das Versteck aus und fanden den Brief, waren aber zu ausgelaugt und hatten keine Hoffnung, zur Hauptgruppe aufzuschließen. Sie entschlossen sich zu rasten und sich zu erholen, wobei sie die Vorräte aus dem Versteck aufbrauchten. Wills und King wollten der „alten Spur“ zurück nach Menindee folgen, aber Burke entschied, dem Fluss zu folgen. Er wollte auf diese Weise den weitesten Außenposten ländlicher Besiedlung in South Australia, eine große Rinderfarm nahe dem Mount Hopeless, erreichen. Das bedeutete eine 240 Kilometer lange Reise in Richtung Südwesten quer durch die Wüste. Sie schrieben einen Brief, in dem sie ihre Absichten erklärten, und vergruben ihn in dem Versteck unter dem gekennzeichneten Baum für den Fall, dass ein Rettungstrupp das Gebiet durchsuchte. Sie veränderten nicht die Aufschrift des Baumes oder das Datum auf dem Baum, was sich später als Fehler herausstellte. Am 23. April machten sie sich auf den Weg durch die Strzelecki-Wüste Richtung Mount Hopeless.

Währenddessen traf Brahe auf dem Rückweg nach Menindee auf Wright, der versuchte, den Nachschub zum Cooper Creek zu bringen. Die beiden einigten sich darauf, nochmal zum Lager am Cooper Creek zurückzukehren, um zu prüfen, ob Burke vielleicht doch zurückgekommen war. Als sie am 8. Mai ihr Ziel erreichten, waren Burke und Wills bereits 56 Kilometer entfernt. Da die Markierung des Baumes unverändert war, schlossen Brahe und Wright, dass Burke nicht zurückgekehrt war. Sie dachten nicht daran zu prüfen, ob die Vorräte noch an Ort und Stelle begraben waren, sondern kehrten zur Hauptgruppe nach Menindee zurück.

Nachdem Burke, Wills und King nicht genug Wasser transportieren konnten, kehrten Sie zum Cooper Creek zurück. Ende Juni 1861 beschlossen sie zum Dig Tree zu ziehen, ob eventuell inzwischen ein Suchtrupp dort eingetroffen war. Da sie sich von Ngardu-Samen ernährten, der dem Körper Vitamin B1 entzieht, starben alle 3 auf diesem Weg.

Burke_expedWir pausieren in Adelaide auf einem Campingplatz am Meer. Es ist wieder Zeit für einen Reifenwechsel. Das klappt alles wunderbar mit der freundlichen Spedition a.Hartrodt. Ich bekomme ein Motorrad, damit wir das Gepäck besser verteilen können. Nachts um halb vier geht die Sirene los. Feuer? Tsunami?

2ADU-0755Bei a.Hartrodt in Adelaide

2ADU-07572ADU-0759 2ADU-20165704 2ADU-4080186Wir schlendern durch das Zentrum und lauschen im Pub einer Live-Band. Auf der einen Seite haben wir betrunkene Männer, die unbedingt fotografiert werden wollen. Das Bild möchten sie allerdings nicht. Auf der anderen findet ein Junggesellinenabschied statt.

2ADU-20165741 2ADU-20165740 2ADU-20165748 2ADU-20165749 2ADU-20165758Partyyyyyy

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2ADU-20165773Jetzt sind wir reif für die Insel. Auf Kangaroo-Island lassen wir uns im Flinders Chase Nationalpark nieder. Ein Bikerpaar kommt. Sie freuen sich, zwei auf einem Motorrad mit Zelt zu sehen. Uns geht es genauso. Das ist wirklich sehr  selten. Sie beneiden uns um die bequemen Stühle, erzählen aber stolz von ihrem Kühlschrank. Nach unserer Fotopirsch besuchen wir Eleonore und Peter mit ihrer alten Kawasaki. Plötzlich halten wir einen Becher Weißwein in der Hand und schon ist das Leben leichter. Peter hat vom Koffer über die Seitentaschen zur Box und Trankrucksack alles selbst gemacht. Ganz toll, sogar Eleonores Stuhl. Findet ihr den Kühlschrank?

2ADU-4110056 2ADU-4110058 2ADU-4120062Auf der verschlafenen kleinen Insel sehen wir unsere ersten Koalas. Wie Kuscheltiere sitzen sie in den Bäumen. Tolle Buchten, weiße Strände, viele Tiere…

2ADU-4110028 2ADU-4110041 2ADU-0774 2ADU-4110055-1 2ADU-20165839 2ADU-0780

2ADU-20165864 2ADU-4120077 2ADU-20165879 2ADU-4120094 2ADU-4130105-1 2ADU-20165916 2ADU-20166038 2ADU-00055-1Im Marron Café essen wir frischen, sehr leckeren Flusskrebs. Während sie im Bauch verdauen, schauen wir, wie sie so gelebt haben.

2ADU-4130118Endlich reißt die Wolkendecke auf und wir fahren zu den berühmten Remarkable Rocks. Ein Wunderwerk der Natur.

2ADU-20166091 2ADU-4140198An dem Felsenbogen Admirals Arch beobachten wir Seelöwen.

2ADU-4140222Auf der Weiterfahrt bremst uns eine Schlange aus.

2ADU-00051-1Über eine rutschige Piste gelangen wir zu einer schönen Bucht. Volker fährt direkt auf den Strand. Und was passiert?

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Pink Roadhouse

Bevor wir im Busch verschwinden, schauen wir uns noch traditionelle Tänze der Ureinwohner an. Es gibt keine schriftliche Überlieferungen. Alles wird durch Gesang und Tanz von Generation zu Generation weitergeben.

2ADU-20164617Kurz hinter dem Nationalpark packen wir unsere Netze aus. Die Fliegen plagen uns. Mit Mund, Nase, Augen und Ohren suchen sie sich die feuchten Körperstellen. Während der Buschtoilette verlagern sie sich kurz, um danach wieder im Gesicht zu landen. Direkt nach dem Sonnenuntergang kommen die ersten Sterne. Volker fängt sie für uns ein.

2ADU-4020718Kata Tjuta

Gibt es etwas schöneres, als mit dem Blick auf die Milchstraße einzuschlafen? Vielleicht mit der aufgehenden Sonne aufzustehen?

2ADU-20165556Es geht weiter Richtung Süden. In Marla erkundigen wir uns bei der Polizei, ob der Oodnadatta Track mit dem schweren Bike befahrbar ist. Er ist nur für 4×4 geöffnet. Der Beamte telefoniert kurz. Durch den letzten Regen kann es ein paar kritische Stellen geben, aber die Road Trains dürfen auch durch. Ja dann…

2ADU-0621Wir lassen den Reifendruck ab und erzählen kurz mit einer Oma. Sie ist so süß, dass ich ein Bild mit ihr möchte.

2ADU-0623Volker jubelt. Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir den legendären  Track fahren können. Vor einem Monat hat es hier so stark geregnet, dass die Piste für 1  ½ Wochen gesperrt war. Die Straße folgt der alten Overland Telegraph  Linie und der stillgelegten Great Northern Railway. In Oodnadatta sitzen wir mit wundem Hintern im Pink Roadhouse und essen den eindrucksvollen Oodnaburger.

2ADU-0629 2ADU-00704-1 2ADU-06512ADU-06341. Teil Geschafft – Oodnadatta Track

2ADU-06372ADU-0638Irgendwo soll es noch einen Stellplatz für Zelte geben. Volker fragt im Nachbarhotel. Schon befinden wir uns im Hinterhof. Klasse, das erinnert doch glatt an Argentinien. In Bajo Caracoles haben wir ähnlich gewohnt. Sogar die Hunde bellen nachts. Unter dem Vordach packen wir das Laptop aus. Hier wuselt es und dauernd fallen Käfer und andere Viecher auf uns. Wir fliehen in den kleinen Frühstücksraum. In der Kneipe nebenan wird Didgeridoo gespielt. Neugierig schauen wir um die Ecke. Freundlich winkt man uns herbei. Ich sitze neben einem Aborigine und strahle.

2ADU-4050039 2ADU-4040026Mein Netz hat ein Loch und die Stechmücken überfallen mich die ganze Nacht. Aber noch nicht genug gestraft. Volker richtet das Tarpe und eine Alu-Stange fällt mir auf den Kopf.

2ADU-4040012Jetzt machen wir uns auf den Weg nach William Creek. Die Straße ist super. Wir freuen uns viel zu früh. Irgendwann geht es los mit Schildern. DIP’s und Floodway’s wechseln sich ab. Die einen sind mit Tiefsand gefüllt, die anderen sehen im schlimmsten Fall so aus:

2ADU-0656 2ADU-4050066-1 2ADU-0654Die Wasserdurchfahren halten sich in Grenzen.

2ADU-00716-1 2ADU-0647Völlig ausgehungert von der anstrengenden Gravelroad landen wir in William Creek.

2ADU-0661 2ADU-06722. Teil vom Oodnadatta Track geschafft

Wir buchen direkt einen Flug über den Lake Eyre. Den Herrn Eyre hatten wir schon als Highway durch die Nullabor Plain kennengelernt. Jetzt möchten wir erst ein Kamel verdrücken. Die Küche hat vor 5 Minuten geschlossen. Gierig starren wir auf die letzten gefüllten Teller, die serviert werden. Einen kleinen Snack können wir noch ergattern. War vielleicht besser so, denn der Flug wird holpriger als die Strecke. Im Viersitzer heben wir ab und bestaunen den größten See Australiens (wenn er in den seltenen Fällen gefüllt ist). Er liegt 17 Meter unter dem Meeresspiegel und ist der tiefste Punkt auf dem Kontinent und Heimat von Pelikanen.

2ADU-4050080 2ADU-20165610 2ADU-000764 2ADU-4050106 2ADU-00780-1 2ADU-20165624 2ADU-4050130 2ADU-4050149Neuer Anlauf für das Abendessen. Oje, was ist denn hier los? Eine ganze Busladung voll Rentner hat das Lokal reserviert. Sie trösten uns mit einem Sandwich.

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Wildes Outback

Von Werner und Claudia verabschieden wir uns wieder und fahren mit Stephen Richtung Kings Canyon. Zuerst zeigt er uns eine Schlucht, dann einen spirituellen Ort der Aboriginies. Von hier nehmen sie die Farben für die Körperbemalungen.

2ADU-20164322 2ADU-20164333 2ADU-3300304Nach dem Mittagessen bestaunen wir von einem Lookout den Krater eines Meteoriteneinschlags.

2ADU-3300312 2ADU-3300316Jetzt müssen wir 1.4 bar Luft aus den Reifen lassen. Das Offroud-Training von Hechlingen wird umgesetzt. Dort durfte ich stolz neben dem Foto von Brad Pitt stehen. Dann erfahren wir von Lutz, unserer Patagonienbeanntschaft, dass er damals mit ihm trainiert hat. Unglaublich, wir haben so viele Stunden miteinander verbracht und du hast kein Wort davon erwähnt. Brad Pitt, Hallo!!!

2ADU-00665-2 2ADU-00368-1 2ADU-0591-1 2ADU-00670-1Bei dem Geholpere macht sich der Rückspiegel selbständig. Volker dreht ihn zwei mal fest. Nach einem lauten Flucher in den Helm halte ich das Teil in der Hand.

2ADU-0594Wir biegen rechts ab in die Wildnis zum Buschcampen. Die Männer sammeln Feuerholz, die Frau findet keine Beeren und schaut zu. Volker hackt wie wild auf einen Baum ein. Die beiden zerren lautstark an dem Stamm. Er bricht, aber nicht an der Sollbruchstelle sondern an der Wurzel. Volker schleift das dürre Teil her. Wir zeigen Stephen unseren Südamerikafilm, denn er möchte Ende des Jahres mit Frau und Motorrad für drei Monate dorthin. Dann schlüpfen wir in die Netze und bestaunen den grandiosen Sternenhimmel bis zum Horizont. Zu Hause werden wir, wie immer, so vieles vermissen. Schritte lassen mich nachts aufschrecken. Hier gibt es Dingos und irgendwas läuft um uns herum. Erstmal das Herz beruhigen, dann die Geräusche aus Stephens Schnarchen filtern. Ein Schnauben ist zu hören. Es ist eine Herde wilder Pferde. Volker wird auch wach und leuchtet mit der Lampe. Seitlich sehe ich zwei reflektierende Augen. Das sind keine Pferde…

2ADU-0602-1 2ADU-20164342 2ADU-20164349Nach dem Frühstück fahren wir zum Kings Canyon. Wir entkleiden uns auf dem Parkplatz und lassen alles auf dem Motorrad liegen. Stephen verwandelt sich in einen Hippie und läuft ungeplant mit seinen Crocs mit. Völlig untrainiert geht es steil nach Oben. Der 6 Kilometer lange Rundweg ist traumhaft. Rot und schwarz gemusterte über 100 Meter hohe Felswände bis zum Garden of Eden. Ein Wasserloch im Schatten der hohen Felsen. Dort saßen wir vor 19 Jahren. Stephen hat noch nie so viel Wasser hier unten gesehen. Wunderschöne Gegend. Im australischen Winter ist deshalb die Hölle los.

2ADU-00382-3 2ADU-20164387 2ADU-20164391 2ADU-3310356 2ADU-20164425 2ADU-20164437 2ADU-3310403 2ADU-20164449 2ADU-20164456Noch ein gemeinsames Mittagessen und unsere Wege trennen sich leider viel zu schnell wieder. Total k.o. nach diesem Marsch fahren wir noch 189 Kilometer bis zu unserem Übernachtungsplatz. Im Lokal nehmen wir einen Snack und kaltes Bier zu uns. Eine ältere Neuseeländerin mit ihren zwei Töchtern spricht uns an, ob wir Biker sind. Weiß nicht, wie sie das an unserem Flip Flop-Outfit erkannt hat. Wir sind 3 Monate unterwegs. WOW! Wir kommen von Alice Springs und haben eine Busch-Nacht hinter uns. WOW! Morgen fahren wir zum Uluru. Oh WOW WOW!!! He? Irgendwann dämmert es bei uns: Wir haben Merino-Radlerhosen (Unter- Wander- und Schlaflose in einem) an. Sofort klären wir die Familie auf.

2ADU-4010419Campground in Curtin Springs2ADU-4010420Nicht mehr weit, bis wir Gänsehaut bekommen. Der Uluru zeigt sich in der Ferne. Wir umrunden ihn und können uns nicht sattsehen. 348 Meter erhebt er sich aus dem Buschland. 3,6 Kilometer ist er lang. Eine Nacht verbringen wir in Yulara, dem einzigen Dorf in der Nähe.

Den Inselberg sehen wir zum ersten Mal ohne Wolken bei Sonnenuntergang. Ein magischer Ort.

2ADU-4010435 2ADU-20164485 2ADU-20164489 2ADU-4010482 2ADU-20164534Die nächste Nacht wollen wir im Busch verbringen. Ein Tipp von Werner für einen tollen Sonnenaufgang über den Kata Tjutas. Wir verschlafen ihn fast.

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Die älteste lebende Kultur der Erde

Meine Lieblingskultur lebt bereits seit 65000 Jahren unverändert im Einklang mit der Natur.

„Natürlich stimmt es nicht. Wir leben schon sehr viel länger hier. Wir sind schon in der Zeit vor der Zeit hier gewesen. Wir sind direkt aus der Traumzeit unserer Schöpferischen Ahnen gekommen und wir haben hier gelebt und die Erde so erhalten, wie sie am ersten Tag war.“

Die Mythen der Aborigines sind die ältesten Überlieferungen der Menschheit. Viele ihrer Traumzeitgeschichten wurden schon zu einer Zeit erzählt, als in Europa vom Homo sapiens noch nicht die Rede war, sondern die Neandertaler durch die Weiten unseres Kontinents zogen.

Die Kultur der Aborigines birgt nicht nur die ältesten Überlieferungen des Menschengeschlechts, sie ist auch die wohl am tiefsten von einer natürlichen Spiritualität durchgedrungene lebende Kultur der Menschheit. Die Uraustralier sind also eine Spezies von Mystikern, eine spirituell hochentwickelte Gesellschaft, die seit Zehntausenden von Jahren nach den Gesetzen lebt, die ihnen von den Mächten der Schöpfung offenbart wurden.

Als die Europäer in Australien auftauchten, sahen sie in den Aboriginies jedoch nur völlig unzivilisierte „Wilde“, die ohne nennenswerte Kultur wie die Steinzeitmenschen lebten. Man nahm ihnen ihr Land und rottete sie fast aus. Erst im 20. Jahrhundert begriffen die Weißen überhaupt, dass sie es mit einer hochentwickelten Kultur zu tun hatten, deren Wurzeln tiefer in die Geschichte zurückreichen als die aller anderen Völker.

In Katherine kühlen wir uns in den Hot Springs, einem Naturbecken, ab. Wir versuchen, mit einem Aboriginie zu erzählen. Er hat eine leere Rotweinflasche in der Hand und seine Zunge ist schwer. Die meisten Ureinwohner, die wir bis jetzt gesehen haben, sind sehr reserviert. Wir können das gut verstehen.

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2ADU-3250039 2ADU-3250045Wir sehen viele Schwarze im Schatten der Bäume sitzen und so die Tage verbringen. Sie leben ohne Perspektive. Zu den Stämmen können sie nicht mehr zurück, von den Weißen werden sie nicht akzeptiert. Ein trauriges Bild.

2ADU-00036-1 2ADU-3250009 2ADU-000007 2ADU-3250014Wieder suchen wir nach einer Abkühlung. Heute in den Thermalquellen von Mataranka. Klingt komisch, ist aber so.

2ADU-3260058-1Das Outback hat keine Grenzen, man spürt es. Die Zeit vergeht hier langsamer. Irgendwie haben wir die Grenze zum Northern Territorry übersehen. Wir müssen die Uhr wieder 90 Minuten vorstellen. In Daly Waters suchen wir eine Unterkunft. Grölend werden wir von vielen Jugendlichen vor dem historischen Pub begrüßt. Man sieht uns wohl an, dass wir aus dem Partyalter heraus sind und gibt uns einen Tipp: Hier werden wir vor 2 oder 3 Uhr nicht schlafen. 7 Kilometer weiter ist es ruhiger. Nach dem  Duschen kommen wir zurück. Die Jungs umzingeln uns und wir sollen das Motorrad für Bilder mittenrein stellen. Gesagt getan, aber keiner macht ein Bild. Sie besteigen die Maschine und wollen von uns fotografiert werden. Volker fährt sie dann an eine Stelle, die sich später als Kotzecke entpuppt. Ein schwedischer Berufsfotograf und wir sind die einzigen Nüchteren. Ingvar lebt mit seiner australischen Frau in Sydney. Er war auch schon mit seiner BMW in Chile unterwegs. Wir sind uns einig, das dies einfach das schönste Land ist. Er entpuppt sich als Profi. Wer ihn googeln möchte: www.ingvarkenne.com. Ich werde von einer jungen Dame aufgefordert, beim B & S Ball mitzumachen. Bei was? Das ist lustig, macht soviel Spaß und ist ein absolutes Highlight. Ob ich einen Dress hätte. Nein. Sie kann mir was günstiges geben. Was auch immer das gewesen wäre, ich kann bei dieser Singelparty nicht mitmachen. Alle werden später mit Farbe verschmiert und ich weiß nicht, ob mich Volker so mitnehmen würde. Hier verewigen wir uns. Nicht mit BH, Slip oder Geldschein, sondern mit Visitenkarte und Aufkleber. Eine tolle Liveband fängt an zu spielen und alle sind gut drauf.

2ADU-3260076 2ADU-3260079 2ADU-3260080 2ADU-3260091 2ADU-3260095 2ADU-20164087 2ADU-20164093 2ADU-3260097 2ADU-3260103 2ADU-3260108 2ADU-3260109 2ADU-3260114 2ADU-20164099 2ADU-3260128 2ADU-3260136Über den Wendekreis des Steinbocks kommen wir zu den Devil Marbles. Hier liegen einige tausend runde Granitfelsen. Wir wollen Bilder von 1997 nachstellen und finden diese blöden Steine nicht. Die Riesenmurmeln müssen doch irgendwo sein! Wir sind auf Koffeinentzug. Das ist nicht gut. Nehmen wir was da ist. Ein Fotografierstress. Sonnenuntergang, Sternenhimmel, Sternschnuppen, Mondaufgang (passend zu Ostersonntag: eiförmig rot) über dem Motorrad und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang.

2ADU-32802682ADU-3270141 2ADU-3270146 2ADU-3270159 2ADU-3270161 2ADU-20164152 2ADU-20164191 2ADU-20164240 2ADU-20164276 2ADU-3280188 2ADU-3280256Nach dem Zeltaufbau in Alice Springs folgen wir der BBQ-Einladung. Frisch geduscht aber ungebügelt stehen wir vor dem Hoftor von Claudia und Werner. Die Motorradweltreisenden begrüßen uns herzlich. Stephen und Deb, ein befreundetes Ehepaar kommt noch und es wird ein toller Abend.

2ADU-3280273 2ADU-0571 2ADU-3290278 2ADU-0579Am nächsten Mittag sitzen wir alle im Watertank Cafe, in dem Claudia arbeitet. Stephen möchte uns ein Stück der Reise begleiten, wie cool ist das denn. Werner würde auch gerne, muss aber leider arbeiten. Abends machen wir noch ein Pub unsicher und morgen früh geht es los.

Wir werden ein paar tolle Tage miteinander verbringen.

 
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Neue Perspektive

Wir befinden uns im Bereich der Kimberleys. Dazu gibt es eine spannende wahre Geschichte:

„Flug in die Hölle“

Im Februar 1932 startet das Wasserflugzeug Atlantis von Köln zum Flug um die Erdteile Europa, Asien, Australien, Richtung Amerika, rund um die Welt. Am 15. Mai fliegt die Maschine mit Pilot Hans Bertram und Bordmonteur Adolf Klausmann über der Timorsee Richtung Darwin. Sie werden dort nie ankommen. Aufgrund eines unvorhergesehenen Unwetters kommen sie vom Kurs ab und landen mit dem letzten Tropfen Sprit im Niemandsland, den Kimberleys. Ohne Proviant, den sie wegen Zeitdruck nicht besorgt hatten, machen sie sich auf die Suche nach Wasser und Zivilisation. Bei einer Flussüberquerung (Salzwasser) nähern sich Krokodile. Hab und Gut verschwinden im Wasser und sie schwimmen um ihr Leben. Splitternackt stehen sie am Ufer. Naja, nicht ganz: Tropenhelm, Halstuch und Fliegerbrille haben sie noch am Leib. An kantigen Steinen und messerscharfem Gras schneiden sie sich Füße und Beine auf. Tagsüber werden sie von Fliegen überfallen, die sich in eiternde Wunden setzen und nachts von Moskitos aufgefressen. Sie kommen so nicht weit und demontieren einen Schwimmer vom Flugzeug, den sie als Boot umfunktionieren. Jeder kniend in einer Kammer eingezwängt paddeln sie los. Die Strömung zieht sie auf das offene Meer und sie müssen 4 Tage und Nächte in dieser Position durchpaddeln, um das rettende Ufer zu erreichen (immer noch ohne Nahrung und Frischwasser). Dies war erst der Anfang der Hölle, die über 50 Tage dauern soll. Hier ein Bild aus der Verfilmung dieser wahren Geschichte, in der sie sich auch ihr patentiertes Feuerzeug aus Anlassmagnet des Motors, etwas Benzin, Watte und einer leeren Medizinflasche bauten. Ein tolles Buch, das in viele Sprachen übersetzt wurde.

2016-03-29 19_28_56-2ADU Reisetagebuch - Google DocsAustraliens „Ende der Welt“ ist eine wilde, ungezähmte Region abgeschiedener, spektakulärer Landschaften und wer sich dort bewegt, muss riesige Entfernungen überbrücken. Das Klima ist rau, die Bevölkerungsdichte äußerst gering und eine Infrastruktur kaum vorhanden. Kimberley, das größer als 75% aller Länder der Erde ist, wird von einem undurchdringlichen Küstenstreifen und lebensfeindlichen Wüsten begrenzt. Dazwischen erstrecken sich ausgedehnte, von Affenbrotbäumen übersäte Spinifexebenen, von palmengesäumte Schluchten und öde Berge. Herrliche Wasserfälle runden das Bild ab.

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2ADU-0549Hatten wir schon erwähnt, wie heiß es ist? Auch der Fahrtwind bringt keine Abkühlung. Wir brummen durch Heuschreckenschwärme. Die gelben Hüpfer zermatschen auf uns. Wir sehen aus wie die Schweine. Volker etwas mehr. Das ganze Motorrad ist voll von diesen toten Insekten und stinkt pervers.

2ADU-00635-2 2ADU-0559Wir sind total fertig und kippen an der Fitzroy River Lodge erstmal um. Nicht wegen der Hitze, sondern wegen des Zimmerpreises. Da ein Unwetter naht, haben wir keine Wahl. Falls wir etwas kaputt machen sollten, müssen wir auch noch eine Kaution hinterlegen. Die wilden Motorradfahrer… Wir unterhalten uns kurz mit einem älteren Paar, das gerade vom kleinen Pool kommt. Sie waren in ihrem eigenen Land 20 Monate unterwegs und haben den schönsten Swimmingpool am Lake Argyle gesehen. Er liegt genau in unserer Richtung.

Es donnert, stürmt und regnet die halbe Nacht.

2ADU-3210005Ein langer Tag liegt vor uns. Über 600 Kilometer. Wir  erkundigen uns, ob die Straße befahrbar ist und bekommen grünes Licht. Bis auf einen Abzweig zur Toilette ist alles trocken.

2ADU-3220017Es läuft gut. Wir machen nur kurze Trinkpausen. Überall hängen riesige Kumuluswolken und wir möchten vor einem Gewitter in Kununurra sein. Im Visitor Center buchen wir einen Flug über die Bungle Bungles. Da dieser erst Übermorgen stattfindet, können wir die kommende Nacht am Lake Argyle verbringen und den angeblich schönsten Pool des Landes begutachten. Seit dem Frühstück haben wir nichts mehr gegessen. Auch jetzt ist keine Zeit, da wir im Hellen ankommen wollen. Noch 70 Kilometer bis zum Caravanpark. Nach der Hälfte müssen wir abbiegen. ein Schild begrüßt uns: Achtung, Straße unter Wasser! Oje, ist aber harmlos. Endlich angekommen wird eine Kabine schon nicht so teuer sein. Ausgeträumt, wir buchen einen stromlosen Zeltplatz. Das Restaurant ist zu, aber wir bekommen zwei Rindersteaks mit Salatplatte angeboten, die wir im Kühlschrank deponieren. Jetzt schlüpfen wir erst in unsere Badesachen. Mehr muss man nicht erwähnen.

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2ADU-3220025 2ADU-3220046Der Genuss wird unterbrochen, als wir in der Ferne die Blitze entdecken. Oh nein! So hat das Gestern auch angefangen. Wir braten unsere Steaks und breiten dann die Netze aus. Volker ist es auch hier zu heiß und er legt sich noch eine Stunde in den Pool. Um danach weiterzuschwitzen.

2ADU-32200492ADU-3220051Ich wache von einem Windstoß auf. Oh Schreck, die Blitze kommen näher. Da alles offen auf dem Motorrad liegt, spannen wir das Tarp darüber. Winzige Mücken kitzeln auf der Haut, Moskitos summen in hohen Tönen vor dem Netz, Der Vollmond macht die Nacht hell… dann kreischen die Papageien.

Um 6.30 Uhr befinden wir uns wieder im Wasser.

2ADU-3230053 2ADU-3220028-1Wir freuen uns auf den Flug. Die Pilotin selbst holt uns an der Lodge ab. Na, hoffentlich fliegt sie besser, wie sie fährt! Am Airport erklärt sie uns die Route und es kann losgehen. Sieben Fluggäste und die Kiste ist voll. eine Passagierin muss wieder aus dem heißen engen Flieger aussteigen. Sie wird ermuntert und traut sich dann doch. Der Blick von oben ist einfach genial. Zuerst über den Lake Argyle, dem zweitgrößten Süßwasserreservoir Australiens, indem sich Süßwasserkrokodile befinden. Weiter über eine Station, die 80.000 Rinder bewirtschaftet. Die Farm ist so riesig, dass sie alle 2 Wochen mit dem Helikopter versorgt werden muss. Dann die Bungle Bungles. Sie wurden erst Mitte der 1980er von Weißen zufällig entdeckt. Die ocker und schwarz gestreiften “Bienenkorbkuppeln” wurden über Jahrmillionen vom Regen geformt. Sie bestehen aus Sandstein und Kieseln. Die Streifen stammen von oxidierten Eisenverbindungen und Algen. In Schleifen fliegt sie über 200 Meter tiefe Schluchten mit Wasserfällen, gigantisch. Auf dem Rückweg bestaunen wir noch eine Diamantenmine.

2ADU-20163860 2ADU-20163884 2ADU-3240102 2ADU-3240132-1 2ADU-3240105 2ADU-3240154-1 2ADU-3240170 2ADU-3240172 2ADU-000197 2ADU-20164058 2ADU-3240216Noch hin und weg von dem tollen Erlebnis laufen wir zum IGA. Der Supermarkt ist von der Polizei abgesperrt. Ist er nur heute zu? Ja, da findet gerade ein Überfall statt 😮

Es sind Osterferien. Die Dörfer wirken wie ausgestorben. Alle sind auf Reisen.

Jetzt geht es in the red center, dem Herzen Australiens. Wir wollen uns mit Claudia und Werner in Alice Springs treffen. Die Auswanderer haben uns auf dem GS-Forum entdeckt und angeschrieben, ob wir sie nicht besuchen möchten. Wir freuen uns drauf.

 
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Kräftig gesalzen

Mehr als 90 % des Landes ist zu trocken zum Bewirtschaften. 80% der Bevölkerung leben eine halbe Autostunde vom Meer entfernt. Australien hat 7000 Strände. Dementsprechend sind sie auch gerüstet.

2ADU-0544Wir fahren stundenlang, um noch immer im Nichts zu sein. Der kräftige Wind massiert mal wieder unsere Nackenmuskeln.

2ADU-00379-1 2ADU-00345-1Endlich landen wir in der Stadt Exmouth’s. Im Neubaugebiet steigen die Leute direkt vom Haus ins Boot. COOL !!!

2ADU-3170084Von hier geht es in den Nationalpark Cape Range am Ningaloo Reef. Wir werden registriert. Die Dame sucht am Vorderrad das Nummernschild. Hmm…

Nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, stellen wir unser Zelt auf. Mit neu erworbener Schwimmbrille und Unterwasserkamera eilen wir zu dem schönen Strand. Hier ist kein Schwein. Aber warum? Ist doch schließlich UNESCO Weltnaturerbe.

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Mit den Strömungen muss man aufpassen. Seit ich auf Sardinien kaum aus dem Wasser kam, bin ich extrem vorsichtig. Die See ist aufgewühlt und zwischen dem Grünzeug entdecken wir die Korallen. Kein Fisch. Das gibt es doch nicht. Hier sollen wir zwei Nächte ohne Dusche, Strom, Handyempfang und alles aushalten? Manchmal sehen wir einen Schildkrötenkopf nach Luft schnappen, das war es.

2ADU-00593-1Zum Glück bekommen wir einen Tipp, wo das Schnorcheln schöner ist. Das Riff ist schließlich über 250 Kilometer lang. Am nächsten Tag fahren wir mit leichter Kleidung 15 Kilometer weiter zur Turqouise Bay. Sie macht ihrem Namen alle Ehren. Sieht doch gleich ganz anders aus. Leider haben wir weder Flossen noch Schnorchel und müssen, wie die Schildkröten, immer wieder die Köpfe aus dem Wasser strecken. Es ist glasklar. Das Riff mit den vielen bunten Fischen nur 20 Meter vom Strand entfernt. Wir sehen sogar eine Seegurke. Am Barriere Reef gibt es einen aalförmigen Fisch. Um in den Fresspausen nicht selbst Opfer zu werden, schlüpft er in den Hintern einer Seegurke.

2ADU-3160017 2ADU-00599-32ADU-00596-12ADU-00599-12ADU-00604-22ADU-3160032-1Unser Wasservorrat reicht nur zum Trinken. Meine Haare sind zerzaust und nicht mehr zu bändigen. Wir sind total klebrig, aber glücklich über diesen tollen Tag und werden noch mit einem klaren
Sternenhimmel belohnt. Mit der Taschenlampe sehen wir überall glitzernde Punkte im Sand. Näher betrachtet sind das alles Spinnen, die aus ihren Löchern kommen.

2ADU-20162838 2ADU-20162922 2ADU-20163013Immer wieder werden wir gewarnt, dass wir auch tagsüber höllisch auf die Kängurus aufpassen müssen. Heute sehen wir sie zum ersten mal lebend am Straßenrand. Neugierig schauen sie uns aus dem Gebüsch heraus an. Doing doing doing, weg sind sie.

2ADU-20162975Auf einem Parkplatz steht ein Burgerbus. Wir interviewen die nette Frau, um einiges über Land und Leute zu erfahren. Sie wohnt 20 Kilometer weiter und betreibt noch ein Bed & Breakfast und Campingplatz um den See, der momentan ausgetrocknet ist, da es seit Dezember nicht mehr geregnet hat.

2ADU-3170086 2ADU-3170090-1Begleitet von Willywillys (Windhosen) geht es an vielen  Billabongs (Wasserlöcher in ausgetrockneten Flussbetten) vorbei, in denen Kühe und weiße Eukalyptusbäume stehen. Die vielen toten Kühe (roadkill) am Straßenrand stinken erbärmlich. Unsere Klamotten sind auch nicht mehr weit davon entfernt.

2ADU-00049-2 2ADU-3180008 2ADU-3180004 2ADU-0541Eine Kragenechse sonnt sich am Wegesrand.

2ADU-0548-1Wir halten am hübschen Sandfire Roudhouse, um in einem kühlen Motelzimmer zu übernachten. Der alte Raum ist muffig und heiß. Wir müssen erst die alte laute Klimaanlage zwei Stunden laufen lassen.

2ADU-3180026 2ADU-3180029 2ADU-3190047 2ADU-3190052Die Luftfeuchtigkeit steigt immer höher. In Broome, unserem letzten Stopp an der Westküste wandert Volker nachts schweißgebadet aus dem Zelt. Es hat immer noch schwüle 30 Grad. Im Meer kann man wegen der Quallen nicht baden, aber der Campingplatz ist ein kleines Paradies. Wir genießen es in vollen Zügen. Einen schöneren Pool können wir uns momentan nicht vorstellen.

2ADU-3190058-1 2ADU-3190063Volker hat einen “freien Tag” und ich wasche Wäsche

2ADU-3200122 2ADU-3190066-1 160310-2ADU-005 2ADU-3130004Am Strand kann man auf einem Kamel in den Sonnenuntergang reiten. Da uns dies zu abenteuerlich ist, machen wir lieber Bilder. Kamele wurden im 19. Jahrhundert von Afghanistan als Transportmittel eingeführt. Nachdem man keine Verwendung mehr für sie hatte, wurden sie ausgewildert. Mit 600.000 Tieren ist es die weltweit größte wilde Kamelpopulation und verdoppelt sich alle 10 Jahre.

2ADU-20163749 2ADU-20163785Volker kann von den Trampeltieren nicht genug bekommen. Manchmal klappt es aber mit dem Scharfstellen nicht so.

2ADU-20163825Um die Ecke, am Leuchtturm gibt es die ältesten Dinosaurierspuren, die je gefunden wurden. Sie entstanden vor 123 Millionen Jahren. Wir suchen sie fast vergeblich 😉

2ADU-3200088 2ADU-3200094Die nächsten Tage werden richtig hart, aber die Mühe lohnt sich.

 
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Getrennte Schlafzimmer

Ein extra Fotostop für die Kollegin 🙂

2ADU-112043Wir verstecken die Kamera für Fahraufnahmen am Straßenrand, um sie danach verzweifelt wieder zu suchen. Ach, der indische Ozean. Den mögen wir. Es ist sehr abwechslungsreich hier. Weiße Strände sowieso, dann stehen wir vor einem rosa Salzsee.

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2ADU-152836Dann bestaunen wir noch eine Naturbrücke.

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Und noch mehr…

160312-2ADU-646 160312-2ADU-648 2ADU-3130043-1Heute möchten wir auf einer Pferderanch übernachten. Es ist mild und soll eine Freilichtnacht zwischen Hühnern und Ziegen werden. Dann entdecken wir ein Schild und sind nicht mehr so sicher.

Tiere, die den sicheren Tod bedeuten. Aber, scheiß der Hund drauf, wir machen es.

160312-2ADU-733160312-2ADU-735 Traumhaft, wir blicken in den Sternenhimmel und schlafen ein. Wenn ein Finger zu nah am Netz ist, wird er von den Moskitos gnadenlos ausgesaugt. Der Hahn hat einen Schuss. Er fängt um 3 Uhr an zu krähen.

160312-2ADU-717Ausschlafen ist heute nicht. Kein Problem, das passt zu unserer Routine. So früh wie möglich das Zelt abbauen (bevor die Hitze kommt), einen Müsliriegel vertilgen und ca. 1 Stunde bis zum Frühstück fahren. Heute geht das in die Hose. Erst nach über 200 langen  Kilometern kommt die nächste Gelegenheit. Am Billabon Roadhouse gibt es endlich die lange ersehnten Pancakes. Wir sind am Verhungern.  Es werden 3 Teller serviert und zwei ganze Pfannenkuchen, die wir gerecht teilen. Bei den 5 Heidelbeeren wird es schwieriger.

2ADU-3130014-1 2ADU-3130019Wir fahren zum Weltkulturerbe “Shark Bay”, vorbei am Muschelstrand. Er ist 40 Kilometer lang und besteht aus einer bis zu 10 Meter dicken Schicht kleiner weißer Muscheln. Einzigartig auf dieser Welt.

2ADU-20162617 2ADU-20162645 2ADU-3130029-1Endstation Monkey Mia ist eine Touristenattraktion hoch drei, aber ein Muss. Das Empfangskomitee erwartet uns bereits.

2ADU-3130044 2ADU-20162651In den 1960er Jahren fütterten lokale Fischer regelmäßig Delphine in dieser seichten Bucht. Seitdem kommen jeden Vormittag wilde “Flipper“ und holen sich ihre „Happen“. Damit die Selbständigkeit der Tiere bleibt, ist die Anzahl der Fische begrenzt und die Ranger haben ein waches Auge auf die Finger der Touristen. Berühren ist streng verboten. Das Prozedere geht um 7.45 Uhr los. Wir sind eine Stunde früher da und entdecken vom Steg aus eine Wasserschildkröte. Am Ufer sichte ich die Delfine und flitze los, um gleich wieder weggeschickt zu werden. Erst zur vereinbarten Zeit darf ich mit den vielen anderen Touristen einen Schritt ins Wasser. Einmalig, diese wunderschönen klugen Säugetiere kommen  hautnah an uns heran und grinsen in die Kamera.

2ADU-20162684 2ADU-20162659 2ADU-201627052ADU-20162787 2ADU-3140089 2ADU-20162727Es ist inzwischen 9 Uhr und die Sonne brennt erbarmungslos auf uns herab. Nach dem Zeltabbau und aufpacken des Motorrades sind wir klatschnass geschwitzt und kommen kaum in die Motorradklamotten.

Neue Bilder in unserer Galerie

 
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