Neue Perspektive

Wir befinden uns im Bereich der Kimberleys. Dazu gibt es eine spannende wahre Geschichte:

„Flug in die Hölle“

Im Februar 1932 startet das Wasserflugzeug Atlantis von Köln zum Flug um die Erdteile Europa, Asien, Australien, Richtung Amerika, rund um die Welt. Am 15. Mai fliegt die Maschine mit Pilot Hans Bertram und Bordmonteur Adolf Klausmann über der Timorsee Richtung Darwin. Sie werden dort nie ankommen. Aufgrund eines unvorhergesehenen Unwetters kommen sie vom Kurs ab und landen mit dem letzten Tropfen Sprit im Niemandsland, den Kimberleys. Ohne Proviant, den sie wegen Zeitdruck nicht besorgt hatten, machen sie sich auf die Suche nach Wasser und Zivilisation. Bei einer Flussüberquerung (Salzwasser) nähern sich Krokodile. Hab und Gut verschwinden im Wasser und sie schwimmen um ihr Leben. Splitternackt stehen sie am Ufer. Naja, nicht ganz: Tropenhelm, Halstuch und Fliegerbrille haben sie noch am Leib. An kantigen Steinen und messerscharfem Gras schneiden sie sich Füße und Beine auf. Tagsüber werden sie von Fliegen überfallen, die sich in eiternde Wunden setzen und nachts von Moskitos aufgefressen. Sie kommen so nicht weit und demontieren einen Schwimmer vom Flugzeug, den sie als Boot umfunktionieren. Jeder kniend in einer Kammer eingezwängt paddeln sie los. Die Strömung zieht sie auf das offene Meer und sie müssen 4 Tage und Nächte in dieser Position durchpaddeln, um das rettende Ufer zu erreichen (immer noch ohne Nahrung und Frischwasser). Dies war erst der Anfang der Hölle, die über 50 Tage dauern soll. Hier ein Bild aus der Verfilmung dieser wahren Geschichte, in der sie sich auch ihr patentiertes Feuerzeug aus Anlassmagnet des Motors, etwas Benzin, Watte und einer leeren Medizinflasche bauten. Ein tolles Buch, das in viele Sprachen übersetzt wurde.

2016-03-29 19_28_56-2ADU Reisetagebuch - Google DocsAustraliens „Ende der Welt“ ist eine wilde, ungezähmte Region abgeschiedener, spektakulärer Landschaften und wer sich dort bewegt, muss riesige Entfernungen überbrücken. Das Klima ist rau, die Bevölkerungsdichte äußerst gering und eine Infrastruktur kaum vorhanden. Kimberley, das größer als 75% aller Länder der Erde ist, wird von einem undurchdringlichen Küstenstreifen und lebensfeindlichen Wüsten begrenzt. Dazwischen erstrecken sich ausgedehnte, von Affenbrotbäumen übersäte Spinifexebenen, von palmengesäumte Schluchten und öde Berge. Herrliche Wasserfälle runden das Bild ab.

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2ADU-0549Hatten wir schon erwähnt, wie heiß es ist? Auch der Fahrtwind bringt keine Abkühlung. Wir brummen durch Heuschreckenschwärme. Die gelben Hüpfer zermatschen auf uns. Wir sehen aus wie die Schweine. Volker etwas mehr. Das ganze Motorrad ist voll von diesen toten Insekten und stinkt pervers.

2ADU-00635-2 2ADU-0559Wir sind total fertig und kippen an der Fitzroy River Lodge erstmal um. Nicht wegen der Hitze, sondern wegen des Zimmerpreises. Da ein Unwetter naht, haben wir keine Wahl. Falls wir etwas kaputt machen sollten, müssen wir auch noch eine Kaution hinterlegen. Die wilden Motorradfahrer… Wir unterhalten uns kurz mit einem älteren Paar, das gerade vom kleinen Pool kommt. Sie waren in ihrem eigenen Land 20 Monate unterwegs und haben den schönsten Swimmingpool am Lake Argyle gesehen. Er liegt genau in unserer Richtung.

Es donnert, stürmt und regnet die halbe Nacht.

2ADU-3210005Ein langer Tag liegt vor uns. Über 600 Kilometer. Wir  erkundigen uns, ob die Straße befahrbar ist und bekommen grünes Licht. Bis auf einen Abzweig zur Toilette ist alles trocken.

2ADU-3220017Es läuft gut. Wir machen nur kurze Trinkpausen. Überall hängen riesige Kumuluswolken und wir möchten vor einem Gewitter in Kununurra sein. Im Visitor Center buchen wir einen Flug über die Bungle Bungles. Da dieser erst Übermorgen stattfindet, können wir die kommende Nacht am Lake Argyle verbringen und den angeblich schönsten Pool des Landes begutachten. Seit dem Frühstück haben wir nichts mehr gegessen. Auch jetzt ist keine Zeit, da wir im Hellen ankommen wollen. Noch 70 Kilometer bis zum Caravanpark. Nach der Hälfte müssen wir abbiegen. ein Schild begrüßt uns: Achtung, Straße unter Wasser! Oje, ist aber harmlos. Endlich angekommen wird eine Kabine schon nicht so teuer sein. Ausgeträumt, wir buchen einen stromlosen Zeltplatz. Das Restaurant ist zu, aber wir bekommen zwei Rindersteaks mit Salatplatte angeboten, die wir im Kühlschrank deponieren. Jetzt schlüpfen wir erst in unsere Badesachen. Mehr muss man nicht erwähnen.

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2ADU-3220025 2ADU-3220046Der Genuss wird unterbrochen, als wir in der Ferne die Blitze entdecken. Oh nein! So hat das Gestern auch angefangen. Wir braten unsere Steaks und breiten dann die Netze aus. Volker ist es auch hier zu heiß und er legt sich noch eine Stunde in den Pool. Um danach weiterzuschwitzen.

2ADU-32200492ADU-3220051Ich wache von einem Windstoß auf. Oh Schreck, die Blitze kommen näher. Da alles offen auf dem Motorrad liegt, spannen wir das Tarp darüber. Winzige Mücken kitzeln auf der Haut, Moskitos summen in hohen Tönen vor dem Netz, Der Vollmond macht die Nacht hell… dann kreischen die Papageien.

Um 6.30 Uhr befinden wir uns wieder im Wasser.

2ADU-3230053 2ADU-3220028-1Wir freuen uns auf den Flug. Die Pilotin selbst holt uns an der Lodge ab. Na, hoffentlich fliegt sie besser, wie sie fährt! Am Airport erklärt sie uns die Route und es kann losgehen. Sieben Fluggäste und die Kiste ist voll. eine Passagierin muss wieder aus dem heißen engen Flieger aussteigen. Sie wird ermuntert und traut sich dann doch. Der Blick von oben ist einfach genial. Zuerst über den Lake Argyle, dem zweitgrößten Süßwasserreservoir Australiens, indem sich Süßwasserkrokodile befinden. Weiter über eine Station, die 80.000 Rinder bewirtschaftet. Die Farm ist so riesig, dass sie alle 2 Wochen mit dem Helikopter versorgt werden muss. Dann die Bungle Bungles. Sie wurden erst Mitte der 1980er von Weißen zufällig entdeckt. Die ocker und schwarz gestreiften “Bienenkorbkuppeln” wurden über Jahrmillionen vom Regen geformt. Sie bestehen aus Sandstein und Kieseln. Die Streifen stammen von oxidierten Eisenverbindungen und Algen. In Schleifen fliegt sie über 200 Meter tiefe Schluchten mit Wasserfällen, gigantisch. Auf dem Rückweg bestaunen wir noch eine Diamantenmine.

2ADU-20163860 2ADU-20163884 2ADU-3240102 2ADU-3240132-1 2ADU-3240105 2ADU-3240154-1 2ADU-3240170 2ADU-3240172 2ADU-000197 2ADU-20164058 2ADU-3240216Noch hin und weg von dem tollen Erlebnis laufen wir zum IGA. Der Supermarkt ist von der Polizei abgesperrt. Ist er nur heute zu? Ja, da findet gerade ein Überfall statt 😮

Es sind Osterferien. Die Dörfer wirken wie ausgestorben. Alle sind auf Reisen.

Jetzt geht es in the red center, dem Herzen Australiens. Wir wollen uns mit Claudia und Werner in Alice Springs treffen. Die Auswanderer haben uns auf dem GS-Forum entdeckt und angeschrieben, ob wir sie nicht besuchen möchten. Wir freuen uns drauf.

 
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Kräftig gesalzen

Mehr als 90 % des Landes ist zu trocken zum Bewirtschaften. 80% der Bevölkerung leben eine halbe Autostunde vom Meer entfernt. Australien hat 7000 Strände. Dementsprechend sind sie auch gerüstet.

2ADU-0544Wir fahren stundenlang, um noch immer im Nichts zu sein. Der kräftige Wind massiert mal wieder unsere Nackenmuskeln.

2ADU-00379-1 2ADU-00345-1Endlich landen wir in der Stadt Exmouth’s. Im Neubaugebiet steigen die Leute direkt vom Haus ins Boot. COOL !!!

2ADU-3170084Von hier geht es in den Nationalpark Cape Range am Ningaloo Reef. Wir werden registriert. Die Dame sucht am Vorderrad das Nummernschild. Hmm…

Nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, stellen wir unser Zelt auf. Mit neu erworbener Schwimmbrille und Unterwasserkamera eilen wir zu dem schönen Strand. Hier ist kein Schwein. Aber warum? Ist doch schließlich UNESCO Weltnaturerbe.

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Mit den Strömungen muss man aufpassen. Seit ich auf Sardinien kaum aus dem Wasser kam, bin ich extrem vorsichtig. Die See ist aufgewühlt und zwischen dem Grünzeug entdecken wir die Korallen. Kein Fisch. Das gibt es doch nicht. Hier sollen wir zwei Nächte ohne Dusche, Strom, Handyempfang und alles aushalten? Manchmal sehen wir einen Schildkrötenkopf nach Luft schnappen, das war es.

2ADU-00593-1Zum Glück bekommen wir einen Tipp, wo das Schnorcheln schöner ist. Das Riff ist schließlich über 250 Kilometer lang. Am nächsten Tag fahren wir mit leichter Kleidung 15 Kilometer weiter zur Turqouise Bay. Sie macht ihrem Namen alle Ehren. Sieht doch gleich ganz anders aus. Leider haben wir weder Flossen noch Schnorchel und müssen, wie die Schildkröten, immer wieder die Köpfe aus dem Wasser strecken. Es ist glasklar. Das Riff mit den vielen bunten Fischen nur 20 Meter vom Strand entfernt. Wir sehen sogar eine Seegurke. Am Barriere Reef gibt es einen aalförmigen Fisch. Um in den Fresspausen nicht selbst Opfer zu werden, schlüpft er in den Hintern einer Seegurke.

2ADU-3160017 2ADU-00599-32ADU-00596-12ADU-00599-12ADU-00604-22ADU-3160032-1Unser Wasservorrat reicht nur zum Trinken. Meine Haare sind zerzaust und nicht mehr zu bändigen. Wir sind total klebrig, aber glücklich über diesen tollen Tag und werden noch mit einem klaren
Sternenhimmel belohnt. Mit der Taschenlampe sehen wir überall glitzernde Punkte im Sand. Näher betrachtet sind das alles Spinnen, die aus ihren Löchern kommen.

2ADU-20162838 2ADU-20162922 2ADU-20163013Immer wieder werden wir gewarnt, dass wir auch tagsüber höllisch auf die Kängurus aufpassen müssen. Heute sehen wir sie zum ersten mal lebend am Straßenrand. Neugierig schauen sie uns aus dem Gebüsch heraus an. Doing doing doing, weg sind sie.

2ADU-20162975Auf einem Parkplatz steht ein Burgerbus. Wir interviewen die nette Frau, um einiges über Land und Leute zu erfahren. Sie wohnt 20 Kilometer weiter und betreibt noch ein Bed & Breakfast und Campingplatz um den See, der momentan ausgetrocknet ist, da es seit Dezember nicht mehr geregnet hat.

2ADU-3170086 2ADU-3170090-1Begleitet von Willywillys (Windhosen) geht es an vielen  Billabongs (Wasserlöcher in ausgetrockneten Flussbetten) vorbei, in denen Kühe und weiße Eukalyptusbäume stehen. Die vielen toten Kühe (roadkill) am Straßenrand stinken erbärmlich. Unsere Klamotten sind auch nicht mehr weit davon entfernt.

2ADU-00049-2 2ADU-3180008 2ADU-3180004 2ADU-0541Eine Kragenechse sonnt sich am Wegesrand.

2ADU-0548-1Wir halten am hübschen Sandfire Roudhouse, um in einem kühlen Motelzimmer zu übernachten. Der alte Raum ist muffig und heiß. Wir müssen erst die alte laute Klimaanlage zwei Stunden laufen lassen.

2ADU-3180026 2ADU-3180029 2ADU-3190047 2ADU-3190052Die Luftfeuchtigkeit steigt immer höher. In Broome, unserem letzten Stopp an der Westküste wandert Volker nachts schweißgebadet aus dem Zelt. Es hat immer noch schwüle 30 Grad. Im Meer kann man wegen der Quallen nicht baden, aber der Campingplatz ist ein kleines Paradies. Wir genießen es in vollen Zügen. Einen schöneren Pool können wir uns momentan nicht vorstellen.

2ADU-3190058-1 2ADU-3190063Volker hat einen “freien Tag” und ich wasche Wäsche

2ADU-3200122 2ADU-3190066-1 160310-2ADU-005 2ADU-3130004Am Strand kann man auf einem Kamel in den Sonnenuntergang reiten. Da uns dies zu abenteuerlich ist, machen wir lieber Bilder. Kamele wurden im 19. Jahrhundert von Afghanistan als Transportmittel eingeführt. Nachdem man keine Verwendung mehr für sie hatte, wurden sie ausgewildert. Mit 600.000 Tieren ist es die weltweit größte wilde Kamelpopulation und verdoppelt sich alle 10 Jahre.

2ADU-20163749 2ADU-20163785Volker kann von den Trampeltieren nicht genug bekommen. Manchmal klappt es aber mit dem Scharfstellen nicht so.

2ADU-20163825Um die Ecke, am Leuchtturm gibt es die ältesten Dinosaurierspuren, die je gefunden wurden. Sie entstanden vor 123 Millionen Jahren. Wir suchen sie fast vergeblich 😉

2ADU-3200088 2ADU-3200094Die nächsten Tage werden richtig hart, aber die Mühe lohnt sich.

 
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Getrennte Schlafzimmer

Ein extra Fotostop für die Kollegin 🙂

2ADU-112043Wir verstecken die Kamera für Fahraufnahmen am Straßenrand, um sie danach verzweifelt wieder zu suchen. Ach, der indische Ozean. Den mögen wir. Es ist sehr abwechslungsreich hier. Weiße Strände sowieso, dann stehen wir vor einem rosa Salzsee.

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2ADU-152836Dann bestaunen wir noch eine Naturbrücke.

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Und noch mehr…

160312-2ADU-646 160312-2ADU-648 2ADU-3130043-1Heute möchten wir auf einer Pferderanch übernachten. Es ist mild und soll eine Freilichtnacht zwischen Hühnern und Ziegen werden. Dann entdecken wir ein Schild und sind nicht mehr so sicher.

Tiere, die den sicheren Tod bedeuten. Aber, scheiß der Hund drauf, wir machen es.

160312-2ADU-733160312-2ADU-735 Traumhaft, wir blicken in den Sternenhimmel und schlafen ein. Wenn ein Finger zu nah am Netz ist, wird er von den Moskitos gnadenlos ausgesaugt. Der Hahn hat einen Schuss. Er fängt um 3 Uhr an zu krähen.

160312-2ADU-717Ausschlafen ist heute nicht. Kein Problem, das passt zu unserer Routine. So früh wie möglich das Zelt abbauen (bevor die Hitze kommt), einen Müsliriegel vertilgen und ca. 1 Stunde bis zum Frühstück fahren. Heute geht das in die Hose. Erst nach über 200 langen  Kilometern kommt die nächste Gelegenheit. Am Billabon Roadhouse gibt es endlich die lange ersehnten Pancakes. Wir sind am Verhungern.  Es werden 3 Teller serviert und zwei ganze Pfannenkuchen, die wir gerecht teilen. Bei den 5 Heidelbeeren wird es schwieriger.

2ADU-3130014-1 2ADU-3130019Wir fahren zum Weltkulturerbe “Shark Bay”, vorbei am Muschelstrand. Er ist 40 Kilometer lang und besteht aus einer bis zu 10 Meter dicken Schicht kleiner weißer Muscheln. Einzigartig auf dieser Welt.

2ADU-20162617 2ADU-20162645 2ADU-3130029-1Endstation Monkey Mia ist eine Touristenattraktion hoch drei, aber ein Muss. Das Empfangskomitee erwartet uns bereits.

2ADU-3130044 2ADU-20162651In den 1960er Jahren fütterten lokale Fischer regelmäßig Delphine in dieser seichten Bucht. Seitdem kommen jeden Vormittag wilde “Flipper“ und holen sich ihre „Happen“. Damit die Selbständigkeit der Tiere bleibt, ist die Anzahl der Fische begrenzt und die Ranger haben ein waches Auge auf die Finger der Touristen. Berühren ist streng verboten. Das Prozedere geht um 7.45 Uhr los. Wir sind eine Stunde früher da und entdecken vom Steg aus eine Wasserschildkröte. Am Ufer sichte ich die Delfine und flitze los, um gleich wieder weggeschickt zu werden. Erst zur vereinbarten Zeit darf ich mit den vielen anderen Touristen einen Schritt ins Wasser. Einmalig, diese wunderschönen klugen Säugetiere kommen  hautnah an uns heran und grinsen in die Kamera.

2ADU-20162684 2ADU-20162659 2ADU-201627052ADU-20162787 2ADU-3140089 2ADU-20162727Es ist inzwischen 9 Uhr und die Sonne brennt erbarmungslos auf uns herab. Nach dem Zeltabbau und aufpacken des Motorrades sind wir klatschnass geschwitzt und kommen kaum in die Motorradklamotten.

Neue Bilder in unserer Galerie

 
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Über die Welle zu unser aller Anfang

Australisches Frühstück

160311-2ADU-127Mit leichter Hautrötung fahren wir weiter. An gemähten Weizenfeldern und Salzseen vorbei, durch exotische Wälder mit Grasbäumen. Mehr als eine halbe Million Pflanzen- und Tierarten sind endemisch.

160308-2ADU-162Bis zur Wave Rock. Bereits seit 60 Mio. Jahren steht diese mächtige Welle (15 Meter hoch und 110 Meter lang). Sie wurde durch Wind und Wassererosion aus einer 2,7 Milliarden Jahre alten Granit-Gesteinsformation geformt.

160307-2ADU-018 160307-2ADU-035 160307-2ADU-046 160307-2ADU-057Wir fahren weiter zur weltweit bekannteste Kolonie der Stromatolithen. Die niedrigen, korallenähnlichen Strukturen bestehen aus Cyanobakterien, die fast identisch sind mit jenen Mikroorganismen, die vor 3,5 Milliarden Jahren lebten und als Hauptgrund für die Schaffung der Erdatmosphäre durch Photosynthese angesehen werden und die damit die Grundlagen für komplexere Lebensformen bildeten.

160308-2ADU-234Wir campen auf einem gut bewerteten Platz. Hier wohnen Familien im Wohnwagen. Überall liegt Müll und es ist sehr chaotisch. Die Kinder sind neugierig und leisten uns Gesellschaft. Alle plappern auf einmal. Ein Mädchen will nicht glauben, dass ich ein Girl bin, hmm.

160308-2ADU-495-1 160309-2ADU-501Clemens, wir haben versucht, den Sternenhimmel einzufangen.

160313-2ADU-007Auch die grünen Papageie bekommen wir abgelichtet. Simone, was haben wir denn hier?

160308-2ADU-245Die Firma a.Hartrodt hat uns die Reifen nach Perth geschickt. Wir lassen sie gleich montieren.

160309-2ADU-515Da Volker nie wieder durch die Nullarbor fahren möchte, sind wir jetzt für den Norden gerüstet. Das wird hart und heiß, aber wir kühlen uns immer wieder ab.

160309-2ADU-572-1 160309-2ADU-575-1Es ist sehr windig. Wir fahren zum spektakulären Pinnacles Desert, wo tausende von Kalksteinsäulen scheinbar unwirklich aus dem Wüstenboden aufragen und der kalkreiche Sand den Überrest zusammengedrückter und im Laufe von Jahrtausenden erodierter Muschelschalen darstellt. Die bis zu vier Meter hohen Gebilde sind auf 4 Quadratkilometer verteilt. Das Berühren und Besteigen der Pinnacles ist verboten. Da sitzen wir nun und lassen die Sonne im Meer versinken.

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>>> gefahrene Route (Stand 13.03.2016)

 
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Baumlos irgendwo im Nirgendwo

Wir übernachten an einem einsamen Platz. Endlich Gelegenheit den Sternenhimmel einzufangen. Die Pferdebremsen schlafen endlich und wir überwinden die Müdigkeit. Die Kameras laufen, alles ist perfekt. Bis ein paar deutsche Jungs gefahren kommen und in unsere Linsen leuchten. Die drei sind nett und  schlafen zusammen in einem Kastenwagen.

160303-2ADU-267Immer wieder hören wir, wie extrem langweilig die Fahrt durch die Nullarbor Plain (bedeutet kein Baum) ist. Uns gefällt es. Tolle Roudhouses und traumhafte Lookouts wechseln sich ab. Wer Lust hat, kann  sich sogar auf dem Längsten Golfplatz der Welt verweilen. Die 18 Löcher verteilen sich auf 1362 km.

160304-2ADU-299 160304-2ADU-301 160304-2ADU-305160305-2ADU-048 160304-2ADU-358Wir passieren die Grenze zu Westaustralien und drehen die Uhr 2 ½ Stunden zurück.

Wieder kommt ein Fotostopzeichen. Natürlich wollen wir zur alten Telegrafenstation. Hoppla, von Schotter war keine Rede. Dann auch noch 4 Kilometer. In voller Montur wandere ich über zwei weiße Sanddünen und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow, da hätten wir was verpasst.

160304-2ADU-404Ab jetzt zieht sich der Weg wie Kaugummi. Immer Geradeaus. Keine Kurven, keine Erhebungen. Ein hartes Stück Arbeit bis zur nächsten Übernachtung. Um nicht einzurosten, winkt man sich hier. Die faulen Autofahrer heben nur den Zeigefinger! Der Himmel wird immer grauer. Total k.o. gönnen wir uns ein Motel-Zimmer. Frisch geduscht und mit gewechselter Unterwäsche lauschen wir dem prasselnden Regen.
Und es wird noch monotoner. Das Winken hat inzwischen das Kleinhirn übernommen. Schön, wenn man bis zum Horizont blicken kann, aber irgendwann darf gerne eine Abwechslung kommen. Den Gedanken, dass wir hier wieder zurück müssen verdrängen wir ganz schnell.

160305-2ADU-030-1 160304-2ADU-413-1 160304-2ADU-371-1 160305-2ADU-058-2Endlich haben wir es nach drei Tagen geschafft und jetzt sieht es so aus:

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160306-2ADU-212 160306-2ADU-213Durch das verlängerte Wochenende (Montag ist Labour Day) bekommen wir gerade noch einen Platz zwischendrin.

160306-2ADU-109Fahrer und Maschine haben endlich einen Pausentag (mein Hintern auch). Wir laufen in das Zentrum von Esperance. Eine ungewohnte Bewegung. Der 300-Meter Toilettenwalk (Tasmanien) ist schon eine Weile her. Der Markt ist nett aber die Auto- und Motorradausstellung interessanter.

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Vielen Dank für Euere Kommentare und
Bewertungen.

Das motiviert uns immer 🙂 🙂

 
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Long Way across, don’t drive from dusk till dawn

Zu Hause wurden wir immer vor Schlangen gewarnt. Es gibt aber noch viel mehr Gefährliches. Hier eine kurze Beschreibung von Bill Brysons wundervollem, Lachkrämpfe verursachenden (bei mir jedenfalls) Buch “Frühstück mit Kängurus”:
„…Es gibt dort mehr Lebewesen, die einen umbringen können, als irgendwo sonst. Die zehn giftigsten Schlangen leben alle in Australien. Fünf seiner tierischen Bewohner – die Trichterspinne, die Würfelqualle, die Blauringkrake, der Steinfisch und eine bestimmte Zeckenart – sind tödlich für den Menschen. In diesem Land können selbst die flauschigsten Raupen Sie mit einem giftigen Kniepen außer Gefecht setzen, und Muscheln pieksen hier nicht nur, sondern attackieren Sie manchmal sogar. Heben Sie an einem Strand in Queensland zufällig eine harmlose Kegelschnecke auf, wie das unschuldige Touristen ja gerne tun, dann werden Sie erleben, dass der kleine Racker darin nicht nur erstaunlich fix und unwirsch reagiert, sondern auch überaus giftig ist. Wenn Sie aber nicht plötzlich und unerwartet zu Tode gestochen oder gespießt werden, werden Sie vielleicht von Haien oder Krokodilen gefressen, von tückischen Meeresströmungen hilflos zappelnd in den Ozean hinausgetragen, oder Sie taumeln mutterseelenallein im brütend heißen Outback in einen kläglichen Tod…“

Oft werden wir gefragt, wie unsere Route aussieht. Immer, wenn wir die Outbacktour beschreiben, bekommen die Leute einen eigenartigen Gesichtsausdruck. Die Augen quellen hervor, das Kinn fängt an zu jucken und das Sprachzentrum ist kurz blockiert. Oh, hot! Den Tanami Track müssen wir canceln. Zu sandig, zu viel Schotter und heftig heiß. Da die Tankstellen weit auseinander liegen, müssten wir mindestens 30 Liter Wasser aufladen, dazu einiges an Zusatzsprit. Eine asphaltierte Straße führt nur über den Norden. Da wollen wir nicht hin (Regenzeit). Außerdem wären dies ca. 2.000 km (3-4 Fahrtage) Umweg. Wir wollen in den für uns noch unbekannten Westen. Es gibt nur eine Möglichkeit: direkt nach Perth. Dreitausendneunhundertachtunddreißig Kilometer von Ost nach West. Wir greifen an.
Schon verrückt, was wir hier treiben. Aber die Skandinavier setzten noch einen drauf. Zwei schwedische Jungs machen die selbe Tour auf Rollski. Das Thermometer steigt auf 40°C. Manchmal steigt uns Aasgeruch der überfahrenen Kängurus in die Nase. Wir können aber erst bei Tageslicht losfahren. Von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen rennen die Viecher vor die Scheinwerfer.

Schwede RollskiDa ist eine Abkühlung genau richtig. Der Geräuschpegel steigt mit unserem Wohlfühlgestöhne steil nach Oben.

160301-2ADU-052160229-2ADU-502160301-2ADU-060160301-2ADU-097Wir nähern uns South Australia und somit einer Quarantänestation. Der Kontrolleur schmunzelt bei unserem Anblick. Frisches Obst haben wir bestimmt nicht gebunkert. Die Fruchtfliegen hängen alle am Visier. Hier stellen wir die Uhr um ½ Stunde zurück. Volker fährt ohne Ende. Die Landschaft ist schön, die Straßen leer. Ab und an bremsen uns ein paar rosa Papageie aus

160302-2ADU-111-1 160302-2ADU-125Der zweite Teil führt uns von Adelaide nach Perth, so weit wie von London nach Moskau. Der 2.700 km lange Eyre Highway führt durch den südlichsten Zipfel der Nullarbor Plain und verläuft parallel zur Trans-Australia Railway im Norden.

John Eyre war der erste Europäer, der die knüppelharte Strecke bewältigte (1841). Nachdem 1877 eine Telegrafenleitung gelegt worden war, zogen Goldsucher auf dem Weg zu den Goldfeldern sowohl bei glühender Hitze als auch im bitterkalten Winter durch die Ebene. 1912 folgte ihnen das erste Auto. Bis 1941 befuhr täglich eine Handvoll Fahrzeuge die provisorische Straße, 1962 bewältigte der erste Radfahrer die Strecke. 1969 asphaltierte die Regierung von Western Australia die Straße bis zur Grenze South Australia, 1976 wurde das letzte Stück fertiggestellt.

160304-2ADU-303 160301-2ADU-036-1In Ceduna, einer kleinen Stadt am Meer essen wir frischen Fisch. Einkaufen wollen wir ein Dorf weiter. Die nächste Abbiegung ist in 1.150 Kilometern

160303-2ADU-001In Penong öffnet der Supermarkt erst wieder in zwei Tagen. An der Tankstelle frage ich nach Brot. Dies bekomme ich in der Bäckerei. Super, wo ist die? Elfhundert Kilometer weiter. Ach so, wahrscheinlich an der Abbiegung.

Das ist Australien. Faszinierend.

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