Sydney, wie geil ist das denn?

An Canberra, der Hauptstadt Australiens, fahren wir vorbei. Im Parlament waren wir bereits 1997.

K1600_australien_21_12Wir streifen die Blue Mountains mit einem tollen Lookout. Meine einzige Erinnerung an hier ist ein Blutegel, der sich an meinem Zeh festgebissen hat.

Der schieferblaue Dunst, dem die Berge ihren Namen verdanken, stammt von dem feinen Ölnebel, den die riesigen Eukalyptusbäume ausscheiden. Diese bilden ein dichtes Blätterdach über einer Landschaft aus tiefen, oft unzugänglichen Tälern.

Das Gebiet war lange eine natürliche Barriere. Den Sträflingen erzählte man, dass dahinter China liegt. Viele flohen auf eine Reise ohne Wiederkehr.

160228-2ADU-108      An einem Campingplatz am Meer schlagen wir unser Zelt auf. Wochenendausflügler ohne Ende und ein Augenschmauß: waschbrettbäuchige Surfer, tolle Bucht…

160227-2ADU-029160227-2ADU-048Durch wunderschöne Vororte, in denen wir gerne leben würden, erreichen wir Sydney. Es ist Sonntag und der Rasen wird gemäht. Beim Anblick der Harbourbridge bekommen wir Gänsehaut. In Portsmouth/England lief am 13. Mai 1787 die erste Flotte aus. Am 26. Januar 1788 wurde die erste britische Siedlung Australiens gegründet. Eine Sträflingskolonie (736 Sträflinge mit 11 Schiffen), da die Gefängnisse in England aus allen Nähten platzten. Jedes kleinste Verbrechen (z. B. Raub eines Päckchens Schnupftabak) wurde hart bestraft. Diese Deportationen sollten 80 Jahre dauern.

160228-2ADU-392Wir erreichen die Oper und Fragen einen der vielen Polizisten, ob wir ein Bild mit Motorrad machen dürfen. Er schaut uns an, als wollten wir an Ort und Stelle ein Geschäft machen. Ist ja gut, sind schon weg.

160228-2ADU-158Hier beginnt die Geschichte der europäischen Siedler. Im Stadtviertel „The Rocks“  wurde die erste Siedlung gegründet. Die Bewohner lebten hier dicht gedrängt in dreckigen Gassen mit offener Kanalisation. Matrosen, Walfänger und Rowdys zogen besoffen und krakeelend durch die Straßen und trieben in den unzähligen Hafenkneipen, Bordellen und Opiumhöhlen ihr Unwesen.

In den 1970er-Jahren wurde man sich des kulturellen und architektonischen Erbes von The Rocks bewusst und eine Sanierung rettete viele alte Gebäude.

160228-2ADU-190160228-2ADU-228Einmal über die Harbour Bridge und endlich finden wir eine passende Stelle für unser Fotoalbum. Hier stehen wir mit unserer BMW, als wäre es das Normalste auf der Welt und bekommen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

160228-2ADU-268Glücklich und zufrieden sitzen wir auf dem inzwischen leeren Campingplatz und lauschen den Grillen, Fröschen und dem Kookaburra. The laughing Jack, auf deutsch lachender Hans. Der Vogel klingt tatsächlich wie ein menschliches Lachen. Genug gepiekst von den Stechmücken wollen wir ins Bett. Doch der Eingang zum Schlafzimmer ist blockiert. Und jetzt?

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Festland, Kurven bis der Hintern schmerzt

Wir betreten wieder den fünften und kleinsten Kontinent, trockensten, heißesten und flachsten der Erde. Wir haben ein El Niño-Jahr und es wird noch mehr Trockenheit erwartet.

Mit 7.682.300 Quadratkilometern ist Australien das sechstgrößte Land der Welt (etwa so groß wie Europa). Es hat ca. 23 Millionen Einwohner (3 pro km²) und ist fast 22 Mal so groß wie Deutschland. Abgesehen von Tasmanien erreicht man ohne Hindernisse die Antarktis. Die Beiden Kontinente passen immer noch wie zwei Puzzleteile zusammen. Vor über 50 Millionen Jahren trennte sich Australien vom Urkontinent Gondwana. Die Antarktis und Australien brachen etwas später auseinander. Inzwischen wandert Down Under wieder Richtung Asien und wird dort in ca. 45 Millionen Jahren “andocken”.

Melbourne empfängt uns mit 40° C. Da sich Volker während der Fahrt die Seele aus dem Leib schreit und ich taube Nuss trotzdem nichts verstehe, kaufen wir uns hier nach einem tollen Frühstück neue Headsets.

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20160223_112717Zum Wilson Promontory, dem schönsten Nationalpark von Victoria, fahren wir nicht, da es dort morgen den ganzen Tag regnen soll. Das schöne Wetter zieht uns über den Strzelecki Highway und die Grate Alpine Road nach Norden zu den Snowy Mountains. Wir prallen auf eine heiße Wand. Plötzlich steigt das Thermometer von 27°C auf 37°C. Unglaublich!

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160224-2ADU-022Die Landschaft ist der Hammer. 130 km nur Kurven. Bunte Papageien und Kakadus begleiten uns. Es duftet wunderbar nach Eukalyptus. Endlich kommt eine Ortschaft. Da hier Bäckerei, Café, Supermarkt, Takeaway und Tankstelle in einem sind, treffen wir viele Motorradfahrer. Sie sind alle auf dem Weg zum Superbike Rennen auf Phillip Island.

160225-2ADU-058 160225-2ADU-089 160225-2ADU-087Für die nächsten zwei Nächte wählen wir einen großen schattigen Campingplatz. Der Chef setzt sich in sein Elektrowägelchen und wir sollen ihm folgen. Moment, erst anziehen. Wir satteln auf, um 10 Meter weiter wieder abzusteigen. Also ehrlich, das hätten wir auch alleine gefunden.

160226-2ADU-001Ich schreibe Tagebuch. Immer wenn ich aufblicke, finde ich Volker in einer anderen Ecke die Papageien jagen.

160225-2ADU-140160225-2ADU-189 160225-2ADU-154Mit dem aufgehenden Mond klappt das besser.

160225-2ADU-225Der Mond strahlt

Wir machen einen Ausflug in den Kosciuszko Nationalpark. Durch eine unwirtliche Landschaft in die höchste Stadt Australiens. Sie besteht aus einem Bistro und einigen Einheitshäusern.

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Jetzt wird es langsam Zeit für eine Veränderung.

 
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Wir sind gerührt

Den angekündigten kalten Regen in den Bergen ignorieren wir und nehmen in Queenstown ein nettes Zimmer für 3 Nächte. Das Dorf ist eine ehemalige Bergbausiedlung. Die größte Sehenswürdigkeit ist die West Coast Wilderness Railway.

160221-2ADU-023 160221-2ADU-024Im Frühstücksraum fühlen wir uns 100 Jahre zurückversetzt. Volker bekommt sein Rührei mit Kerze serviert und die ersten Gratulanten bimmeln an. Joker, Bärbel, Werner und Martina, Ihr seid der Anfang vom Wasserfall aus meinen Augen. Obwohl ich nicht betroffen bin, ist die Überraschung gelungen. Die vielen Gedichte und Sprüche rühren auch Volker. Ist das so ab 50?

160220-2ADU-018 160220-2ADU-019 160220-2ADU-020Wir laufen ins Zentrum und essen im 1901 gebauten Empire Hotel zu Mittag. Hier gibt es eine unter Denkmalschutz stehende Treppe aus dunklem Rosenholz.

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160220-2ADU-008Da es immer wieder regnet, hat das Moped Ruhetag.160220-2ADU-002Auf Tasmanien kann man an einem Tag alle Jahreszeiten erwischen. Die Straßen sind voller Kadaver (roadkill). Jährlich werden eine Million Tiere überfahren. Wir haben heute Glück und den ganzen Tag Sommer. Es geht durch das 168.000 ha große Weltnaturerbe Cradle Mountain. Unzählige Kurven rauf und runter durch eine wunderschöne Landschaft.

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160221-2ADU-025 160221-2ADU-016An einem Kaffee am See machen wir Pause. Wir interviewen spinnende Frauen, die fröhlich am Rad drehen. Hinter mir fühlt sich jemand vernachlässigt. Der Mann möchte auch etwas sagen und seine wichtige Arbeit preisgeben: er kämmt die Schafwolle, damit sie weiter bearbeitet werden kann.

160221-2ADU-034Am Straßenrand sehen wir einen Kurzschnabeligel. Vor Schreck, über meine Anwesenheit, steckt er seinen Kopf in ein Loch und traut sich nicht mehr raus.

160219-2ADU-029Harald, wir sind natürlich zu der Lark-Destilerie in Hobart gefahren um nachzuschauen ob sie noch steht. Extra für ein Foto. Die Whiskyprobe hätte ich alleine machen müssen aber mein Geschaukel hinten drauf wäre unverantwortlich 🙂

160218-2ADU-197Eigentlich wollten wir sonntags zurück. Ein Tag später ist Fähre 80 Dollar billiger. Montag Abend stehen wir mit vielen Bikern am Hafen. Man bestaunt und betoucht unsere Lady. Die netten Gespräche verkürzen die ewige Wartezeit. Der Harley-Club packt seinen irischen Whisky aus und schmeißt eine Runde. Schmeckt wie Benzin (Tullamore Dew) aber die Stimmung ist gut.

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160222-2ADU-025Ein 71jähriger Motorradfreak erzählt lustige Geschichten.160222-2ADU-031

160216-2ADU-042Weitere Bilder sind inzwischen auch in unserer Galerie
[BILDER&VIDEOS]

 
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Under the ground, over the top

Bei unserer Tagestour besuchen wir eine faszinierende Tropfsteinhöhle. Wir steigen hinunter und bestaunen die verschiedenen Formationen. Hier unten kann man heiraten. Extrem romantisch. Zum ersten Mal seit sechs Monaten hört man unter uns das Wasser plätschern. Wir dürfen einen uralten wunderschönen abgebrochenen Tropfstein anfassen. Trauen uns aber erst, als er uns zum zweiten Mal auffordert.

160217-2ADU-082160217-2ADU-002Die Insel erinnert wirklich an Neuseeland. Durch schöne Dörfer mit hübschen Holzhäusern, am Fluss entlang, fahren wir zum Airwalk. Es duftet gut nach Saunaaufguss. Wir deponieren unsere Helme, Jacken, Tankrucksack etc. müssen uns aber beeilen, da sie bald schließen. Jetzt haben wir ausgerechnet eine asiatische Gruppe vor uns. Bis hier jeder jeden abgelichtet hat und jeder mit jedem fotografiert ist, das dauert. Wir spazieren in 20 Metern Höhe auf einem 600 Meter langem Stahlsteg. Das letzte Stück ist freihängend und sehr schaukelig.

160217-2ADU-090 160217-2ADU-114 160218-2ADU-129Die 1395 Metern lange und 60,5 Meter hohe Tasmanbridge verbindet das Zentrum mit den östlichen Vororten von Hobart.

Am  5. Januar 1975 rammte ein mit 10.000 Tonnen Eisenerz beladener Frachter die Brücke. Dabei stürzten zwei Stützpfeiler und drei Brückenelemente mit einer Gesamtlänge von 127 Metern ein. Teile der Brückenelemente stürzten auf das Schiff, welches sank. Sieben Besatzungmitglieder des Schiffes sowie fünf Personen, deren Fahrzeuge von der Brücke stürzten, kamen bei diesem Unglück ums Leben. Das Wrack liegt heute noch dort.

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In der Hauptstadt trinken wir am Salamanca Place einen Kaffee. Die imposanten georgianischen Lagerhäuser aus Sandstein waren einst wichtigster Umschlagplatz für Handel und Gewerbe. Als wir nach ca. 45 Minuten ans Motorrad zurückkommen, stößt Volker einen Schrei aus. Ich habe die Helmkamera auf dem Koffer liegen lassen.

Da wir nur als Packesel unterwegs sind, ist es für einen Stadtbummel zu warm. Wir fahren zu den Wasserfällen am Mount Field. An der Info krabbelt ein Skorpion aus dem Tankrucksack und verschwindet. Oops. Heute früh ist mir erst eine Spinne aus der Jacke gefallen.

160218-2ADU-203Wir fahren 20 km hinauf auf den Berg. Die Strecke ist wunderschön.

160218-2ADU-181 160218-2ADU-180Geburtstagslagerfeuerromatik gibt es bei 10° C Tageshöchst- und
3° C Nachttemperatur in den Bergen leider nicht.

Kleine Planänderung.

 
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Großmutters Apfel, ein Tag im Gefängnis

Heute haben wir etwas länger geschlafen, da Volker wieder nachtaktiv war und irgendetwas gejagt ist.

Während wir unser Zelt abbauen, krabbelt ein Skorpion unten raus.

160214-2ADU-012Ein Hauch von patagonischem Seitenwind begleitet uns durch die hügelige Landschaft. Geschorene Schafe grasen auf ihren Weiden, Eukalyptusbäume ragen mit ihren knochigen Ästen in den Himmel. Die Briefkästen sind hier auch einen Fotostopp wert. Heute ist Sonntag und alle Biker scheinen unterwegs zu sein.

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Wir essen frischen Fisch und lassen unser Motorrad fotografieren.

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Unser nächster Campingplatz hat definitiv Duschen. Er liegt im Tasman Nationalpark. Wir haben es doppelt gecheckt und freuen uns. Vorsichtshalber tragen wir uns nur für eine Nacht ein und werfen das Geld in den Kasten. Ein kleines Felsenkänguru begrüßt uns.

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Ein kurzer Weg durch das Gebüsch führt zu einem weißen Sandstrand.

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Die Duschen und Plumpsklos haben wir in der Nähe. Sie funktionieren nur mit Marke. Die Marke gibt es nur im Office. Office ist heute geschlossen.

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1868 entdeckte Maria Ann Smith, damals schon Großmutter, auf Tasmanien eine Apfelsorte. Der grüne Leckerbissen Granny Smith dürfte auch heute noch jedem ein Begriff sein 🙂

Wir besuchen die historische Stätte Port Arthur. Das Strafgefangenenlager wurde 1833 für Wiederholungstäter angelegt.

In den folgenden Jahrzehnten erlangte Vandiemensland (damaliger Name von Tasmanien) traurige Berühmtheit für die scheußlichen Bestrafungen und die unmenschlichste Behandlung von Strafgefangenen in britischen Kolonien. Die Insel galt als meistgefürchtetes, schrecklichstes Deportationsziel. In den 1850er Jahren war jeder zweite Bewohner ein Sträfling.

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Am Sonntag den 28. April 1996 wurde der Geschichte von Port Arthur ein schlimmes Kapitel hinzugefügt. Ein Amokläufer nahm 35 Menschen das Leben und verwundete 19 weitere.

Jetzt müssen wir uns beeilen, bevor der gemeldete Regen einsetzt. Wir schaffen es gerade noch, das Zelt neben dem Pavillon aufzustellen und fliehen unter das Dach. Dies entpuppt sich allderdings als sehr löchrig, was einen ständigen Stellungswechsel verursacht.

Ich genieße die Dusche, während Volker Gesellschaft bekommt. Ein Norweger mit seiner Ténéré. Er hat etwas länger bis hierher gebraucht. Seit Juni 2014 ist er unterwegs und hat viel zu erzählen. Im Facebook ist er registriert unter ¨An Idiot and his motorbike going abroad¨.

Die Nacht wird mit 5°C saukalt. Zum Frühstück bekommen wir Besuch von einem älteren Herrn. Der Engländer ist 79 Jahre alt, irgendwann nach Kanada ausgewandert und lebt seit 20 Jahren in Australien. 56 Jahre hat er als Maler gearbeitet und ist alleine mit einem gemieteten Camper unterwegs. Schick sieht er aus mit seinem gelben Strickpullover, kariertem Jackett, grauen Jogginghose und braunen Halbschuhen. Auf dem iPad zeigt er uns Bilder von seiner letzten Wanderung.

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Bekanntschaft mit dem Teufel

Die Räder rollen auf tasmanischem Boden. Der Horizont färbt sich orange, das Thermometer sinkt auf 8°C. Wir setzen uns in ein Kaffee und warten bis die wärmende Sonne aufgeht.
In engen Kurven schaukeln wir durch den Regenwald.

160211-2ADU-004-1Unser erstes Ziel führt uns an der Ostküste entlang zum Freycinet-Nationalpark. Mit der Info, dass wir Tisch, Wasser, Toilette usw. haben, buchen wir 3 Nächte. Wir steuern Platz Nr. 51 in der Honeymoonbay an. Ein winziger Fleck mit Blick auf eine kleine Bucht. Nur steht hier schon ein Zelt!

160211-2ADU-022-1Das junge Paar klärt dies am Visitor-Center. In der Zwischenzeit suchen wir Frischwasser und Toiletten ohne Erfolg. Da wir die Beiden nicht mehr abbauen lassen möchten, tauschen wir die Plätze. Mit Wasserhahn und Toiletten in 300 Meter Entfernung gefällt es uns hier besser. Duschen gibt es gar keine.

160213-2ADU-425 160213-2ADU-411Es nieselt und ist stockfinster. Ich mache mich auf den Weg zum WC und verliere die Orientierung. Meine Funsel leuchtet nur einen Meter weit. Ich schaffe es gerade noch zurück, bevor sie ganz ausfällt. Mit Guide geht es besser. Ein Possum schleckt den Grill ab. Ach, deshalb sind die so sauber!
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir zur East Coast Natureworld in Bicheno. Ein schöner kleiner Park am See. Wir streicheln Kängurus, lassen uns von schwarzen Schwänen jagen und beobachten tasmanische Teufel beim Kämpfen.

160212-2ADU-041-4160212-2ADU-065 160212-2ADU-058-1Auf dem Rückweg noch einen Abstecher zu den Blowholes und zum Leuchtturm. Während Volker Bilder macht, bewache ich das Motorrad. Freundliche Asiaten kommen vorbei und sind begeistert von unserer Maschine. Daumen hoch: beautyful Car (!!??!!). Der nächste kommt um die Ecke: oh Harley (!!??!!). Er wird sofort berichtigt.

160212-2ADU-389Das Meer ist außergewöhnlich warm. Statt 18°C baden wir im 21°C warmen Wasser. Aber vorher kühlen wir uns erstmal von innen.

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160213-2ADU-429Wir genießen den milden Abend. Um uns herum schleichen die nachtaktiven Viecher. Nachts muss Volker unseren noch leeren Salzstreuer von einem Possum zurückerkämpfen, der aus dem Vorzelt geklaut wurde.

 
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On Tour

Zur Spedition brauchen wir heute nicht, da diese noch einiges zu erledigen hat. Der Jetlag nagt an uns. Nickend laufen wir neben uns her, da die Schlafattacken ständig angreifen.

Am nächsten Tag checken wir aus und lassen uns zur Firma Hartrodt fahren. Rachel, unsere Ansprechpartnerin begrüßt uns freundlich und schickt uns den deutschen Felix.

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Er entpuppt sich als Glücksgriff. Herzlichen Dank an die Spedition für die Hilfsbereitschaft und nette Betreuung. Für heute ist der Beamte zur Quarantäneprüfung bestellt. Es kann allerdings später Nachmittag werden. Die Sicherheitsvorkehrungen sind so streng, dass wir unser Gepäck nicht im Gebäude lassen dürfen. Wir wollen natürlich nicht, dass der ganze Flughafen gesperrt wird (kein Scherz) und zu sehen gibt es in dem Industriegebiet eh nichts. An Getränken fehlt es uns nicht und sie bitten sogar den Zoll uns heute zu bevorzugen. Kurz darauf bekommen wir schon die Meldung, dass unser Motorrad freigegeben ist. Kurt, Volker hat gut geputzt. Sonst hätten wir noch 3 Tage warten müssen.

160209-2ADU-047Wir liegen gut in der Zeit, werden zwischendurch mit einem Stück Eistorte verwöhnt und können die Fähre nach Tasmanien schaffen. Noch tanken, Geld holen und ab zum Hafen. Da stehen schon die ersten bepackten Biker. Ist das schön. Aber wieso kommt Volker mit leeren Händen vom Ticketschalter zurück? Die Fähre ist für die nächsten Tage ausgebucht. Wir kommen auf die Warteliste für morgen.

Ein ins Outback passender Mann spricht uns an. Er hatte an Weihnachten einen Unfall mit seiner alten Motoguzzi und hat sich das Handgelenk gebrochen. Sein Jack Russel fährt immer hinten mit. Er demonstriert uns die Motorrad-Brille.

160209-2ADU-055Schon wieder ins Hotel. Wir suchen über Tripadvisor ein gut bewertetes Hotel und landen dort, wo wir am wenigsten hinwollten: Melbourne-City.

160210-2ADU-004Heute haben wir mehr Glück. Zwei Plätze im Liegesessel sind reserviert. Um 16.30 Uhr öffnet das Gate. Der erste Beamte scannt uns mit den Augen. Kameras? NEIN! Pflanzen, Obst, Gemüse, Gas, Alkohol? Oh Alkohol. Wir deklarieren sofort unsere zwei Äpfel. Die müssen an Ort und Stelle vernichtet werden, egal wie. Auf der Fähre wird jeder Millimeter ausgenutzt. Wir gehen an Deck und starten pünktlich um 19.30 Uhr in den Sonnenuntergang.

160210-2ADU-021„Tassie“ ist großartig, leicht erreichbar und wunderschön. Die Insel ist so klein, dass man sie in wenigen Wochen bereisen kann, aber so vielseitig, dass man immer wiederkommt: herrliche Strände, zerklüftete Bergkämme, vereinzelt alpine Hochplateaus, zahllose Wildtiere und unberührte Wildnis, die zum Großteil Welterbe ist. Tasmanien steht für Wein und Lebensmittel von Spitzenqualität, eine florierende Kunstszene und coole Städte mit dynamischen Zukunftsaussichten.
Das verspricht zumindest der Reiseführer.

Wer „leicht“ schreibt, ist wohl noch nie mit der Fähre nach Tasmanien übergesetzt. 10 Stunden boxt sie sich durch die raue Tasmansee. Mir gefällt das. Volker ausnahmsweise auch. Die Pillen wirken.
Die Nacht vergeht schnell und schon sitzen wir wieder auf. Volker rutscht im Stehen von einer Zurröse am Boden ab, knickt schmerzhaft mit dem Fuß um und die Maschine kippt. Ich fasse die seitliche Gepäckrolle und sehe schon den Nachbarn liegen. Dieser kann uns zum Glück abstützen und aufrichten.

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Wir freuen uns wie immer riesig über Eure Kommentare.
Herzlichen Dank.

 
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Eine Tortur

Bärbel und Joker haben ihre Nacht verkürzt und uns spontan nach Karlsruhe an den Bahnhof gefahren (lieben Dank).

160206-2ADU-009Wir sitzen im ICE und alles läuft gut. Bis der Kontrolleur kommt. Mit unserem DIN A 4-Ticket kann er nichts anfangen. Kein Problem, wir haben den Voucher. Geht auch nicht, wir brauchen eines vom Automaten am Bahnhof. Wie denn, wir sitzen im Zug. Kein Problem, wir halten gleich ein paar Minuten in Mannheim, dort steht so ein Gerät. Schon rennt Volker los. Oje, die Zeit wird immer knapper. Werde ich ihn je wiedersehen, muss ich in Frankfurt alleine aussteigen? Kurz vor dem Schließen der Türen kommt er völlig außer Atem. Geschafft, jetzt kann nichts mehr passieren. Denken wir. Am Flughafen nehmen wir für die paar Meter keinen Wagen. Da wir falsch geschickt werden sind es Kilometer und heiß ist es noch dazu. Joker, jetzt haben wir die langen Arme, die Du bei uns vermeiden wolltest.

Beim Durchleuchten werden wir gefilzt bis in die letzte Körperritze. Wo fliegt Ihr denn hin? Wieso? So viel Elektronik… Im A 380 machen wir es uns bequem. Aus allen Richtungen bollert ein gelöster Husten und das Baby in der Nähe ist in Schreilaune. Die Laune dauert ewig und kommt immer wieder, trotz Freisichtschwebekörbchen. Wir haben Verspätung, da erst ein Koffer, dessen Besitzer nicht erschienen ist, wieder ausgeladen werden muss.

160206-2ADU-041Der Everest-Film wird im action-super-sound ausgestrahlt, was sich bei mir irgendwie auf ein Ohr konzentriert. Dafür kullern die Tränen in Stereo. Obwohl ich die Doku kenne und das Buch von Jon Krakauer gelesen haben, berührt mich diese Geschichte im Schneesturm immer wieder. Zum Glück landen wir bald auf dem trockensten und flachsten Kontinent.
Die Speisekarte sieht lecker aus, zum Nachtisch gibt es Eis! Eis? Für 853 Passagiere? Beim Kaffee kann man schon mal eine Reihe übersehen, auch wenn wir noch so krampfhaft mit den Tassen winken.

Sorgen über unsere Verspätung in Singapur machen wir uns keine. Bis die Durchsage kommt, dass das Gate 10 Minuten vor Abflug schließt. Das schaffen wir nicht. Wir rennen los. Unser Gate liegt am Ende des langen Flurs. Noch eine Minute. Irgendwann tauchen wild fuchtelnde Hände auf und winken uns zur Kontrolle. Atemlos versinken wir in unseren Sesseln. Der Pilot begrüßt uns. Wegen eines technischen Defektes verzögert sich der Start um eine Stunde.

Jetzt sind wir in Melbourne, immerhin! Am Gepäckband wird unser Name aufgerufen. Nimmt das denn gar kein Ende mehr? Unsere Packtaschen werden morgen nachgeliefert. Nicht schlimm. Dann schwitzen wir wenigstens die 500 Meter zum Hotel nicht (strahlender Sonnenschein 36°C). In Fotografier- und Filmlaune übersehen wir die Verbotsschilder im Flughafengelände und finden uns sogleich in einem separaten Raum wieder. Dieses Vergehen kosten 350 Dollar. Zum Glück habe ich Volker nur ganz kurz von hinten gefilmt und der Beamte hat Gnade mit uns, wenn wir dies löschen.

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Von unserem Motorrad fehlt noch jede Spur.

 
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